Sehen Sie hier die Auflösung, wie es zu Angela Merkels Versprecher mit den 4 Kirchhof-Töchtern (
netto brutto!) kam:
Angies heimlicher TV-Coach
hochhuth - 14. Sep, 20:52
Für mich hat Angela Merkel das TV-Duell klar gewonnen. Ein sehr überzeugender, kompetenter und ehrlicher Auftritt. Sie hat den Menschen gesagt, was nach Ansicht der CDU an Maßnahmen notwendig ist, um Deutschland wieder nach vorne zu bringen.
Schröder wirkte blass, er hat weder Konzepte, Ideen noch Visionen. Sieben Jahre Rot-Grün waren sieben gute Jahre für das Land (Zitat Schröder)? Ich habe mich wohl verhört. Für wen, bitte?! Für die Arbeitssuchenden? Für die Wirtschaft? Oder für die rot-grünen Gefolgsleute?
Die Ergebnisse der Umfragen, die während und im Anschluss der Sendungen stattfanden (und selbst rot-grüne Anhänger überraschten), veranlassen mich zu der Frage: Was hätte Angela Merkel denn sagen müssen, um diese Umfragen zu gewinnen? Vielleicht ein paar Schröder-Sprüche: Weiter so, Deutschland, alles ist gut, wir werden uns schon irgendwie durchwursteln.
Ich habe heute mit vielen Menschen in meinem Wahlkreis gesprochen, fast jeder hat das TV-Duell gesehen, aber niemand fand, dass Schröder überzeugender war als Angela Merkel, im Gegenteil.
Interessant ist übrigens, dass kaum zur Sprache kam, warum das TV-Duell überhaupt stattfand. War es nicht so, dass Schröder die Überzeugung äußerte, er könne sich nicht mehr auf eine ausreichende Mehrheit in den eigenen rot-grünen Reihen stützen? Die Wahrheit ist: Nicht nur dort, sondern auch in der Bevölkerung hat er keine Mehrheit mehr. Der 18. September kommt.
Der Auftritt des Kanzlers war so kraft- und ideenlos wie die Politik von Rot-Grün.
Interessant wäre es zu analysieren, wie die Medien heute getitelt haben, an welchen die SPD beteiligt ist.
Wer nicht zu den 21 Millionen Zuschauern gehört und das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Gerhard Schröder gestern Abend verpasst hat, kann sich die komplette Sendung beim WDR als
WebTV ansehen.
demokratie - 5. Sep, 12:48
Nach dem Duell.

5. September 2005
Markus Brauck (FR)
Keine Überraschung.
Peter Dausend (Die Welt)
Verbal-Attacken, Offensiven des Lächelns.
eg (NZZ)
Schröder und Merkel im Fernsehduell.
Eric T. Hansen (Deutschlandradio)
Wahlkampf im TV-Format (
Aufruf des Live-Streams vom 4.9.2005, 23.07 Uhr)
Claus Christian Malzahn (Spiegel Online)
Showdown mit Schattenmann.
Lorenz Maroldt (Tagesspiegel, zZt nicht erreichbar)
Im kleinen Kolosseum.
Christof Siemes (Die ZEIT)
Das Ganze blieb verborgen.
Interview mit Ulrich Sollmann (Spiegel Online)
"Frau Merkel ist eine Politikerin der zweiten Reihe"
christoph.bieber - 5. Sep, 11:41
Politik 2, Medien 1
Liest man das Duell nicht allein als Auseinandersetzung politischer Gegner, sondern auch als Konkurrenz der Systeme "Politik" und "Medien" so gehen Merkel und Schröder als Sieger vom Feld. Die Moderationsriege konnte nur selten strukturgebend auf die Diskussion einwirken und musste sich immer wieder von den Duellanten zurück weisen lassen. Nicht selten verhinderten Schröder und Merkel auch das Eingreifen der Moderation durch direkte Adressierungen und Nachfragen.
Hier zeigten sich Probleme der Küngelei bei der Vorbereitung des Duells vielleicht am deutlichsten - vier Frager sind für ein Duell mit zwei Gästen eindeutig zu viel. Der Proporzzwang zwischen den beiden Säulen des dualen Mediensystems hat für ein unproduktives Aufblähen des Show-Setting gesorgt und das ohnehin umstrittene Sendeformat unnötiger Weise geschwächt.
christoph.bieber - 4. Sep, 21:51
Jetzt live im Internet.
Die Gegnerbeobachtung wird während des Duells mit Hochdruck fortgesetzt: auf
wahlfakten.de (CDU) und
roteblogs (SPD) begleiten die Kampagnenzentralen die Auseinandersetzung. Einzelne, auf Fakten reduzierbare Aussagen werden mittels kurzen Gegendarstellungen konterkariert. Dadurch wird die Live-Debatte zwar nicht gerade verständlicher, doch die unvermeidliche Auswertung nach der Debatte wird so vorbereitet und vorweggenommen.
Weitaus unterhaltsamer sind dagegen die (parteilichen) Aussagen in offenen Foren wie etwa
hier . (Die Suche nach einem CDU-orientierten Live-Forum war bisher nicht erfolgreich.)
christoph.bieber - 4. Sep, 21:19
Jetzt live im Fernsehen.
Der Countdown ist abgelaufen, die Vorberichterstattung ist vorüber, die eigens aufgebaute Pressetribüne (!) voll besetzt und Gerhard Schröder und Angela Merkel duellieren sich. Sportreporter würden wohl von einem "vorsichtigen Abtasten in den ersten Minuten" sprechen, gefolgt von "gefälligen Rechenspielchen auf beiden Seiten". Gerhard Schröder "scheint feldüberlegen, ohne sich jedoch klare Vorteile oder gar Chancen zu erarbeiten". Bei Angela Merkel ist von der "Nervosität früherer Auftritte" nicht viel zu spüren.
Auffällig ist hingegen die Zurückhaltung bzw. das Zurückdrängen der vier Fragesteller: Merkel und Schröder sprechen sich häufig direkt an und übergehen damit Christiansenkauschillnerköppel. Dies ist vielleicht noch das auffälligste in dieser Anfangsphase.
Bleiben Sie dran, wir melden uns bald wieder aus dem Adlershof. Zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.
christoph.bieber - 4. Sep, 20:59
Zwei + Vier = Duell?
Politik auf allen Kanälen: Am Sonntag abend müssen sich Angela Merkel und Gerhard Schröder den Fragen von Sabine Christiansen (ARD), Maybritt Illner (ZDF), Thomas Kausch (SAT1) und Peter Klöppel (RTL) erwehren.
Ob man diese ungleiche Konstellation noch als "Duell" bezeichnen kann, scheint fraglich. Mit dieser und anderen Merkwürdigkeiten setzt sich -
wie schon 2002 - ein unabhängiges Gremium aus Wissenschaftlern und Journalisten auseinander. Die Kommission wird das TV-Duell in Berlin live verfolgen, der Deutschlandfunk überträgt ab 22.05 Uhr die anschließende Diskussion. Zur Beobachterriege gehören Lutz Hachmeister, Leiter des Kölner Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik (IfM) und Claus Leggewie, Direktor des Gießener Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI). Außerdem dabei sind Tina Hildebrandt (Die Zeit), Bernd Gäbler (ehemaliger Leiter des Grimme-Instituts) und Richard Meng (Frankfurter Rundschau).
christoph.bieber - 1. Sep, 18:35
Gerade ist die Sendung
"Berlin-Mitte" zu Ende gegangen. Jetzt weiß ich auch, warum sich ZDF und CDU gemeinsam auf Orange im Corporate Design geeinigt haben. Nachdem Wirtschaftsminister Clement, den erkrankten Müntefering vertretend, bereits kurz zuvor in der
Berliner Runde mit einem stimmgeschwächten Joschka Fischer in Unterzahl gegen die 3er-Abwehrkette in den schwarz-gelben Trikots Merkel, Stoiber und Westerwelle antreten musste, wurde er kurz darauf bei Maybrit Illner gleich völlig allein gegen vier Gegenspieler ins Feld geschickt, die ihn in die Mangel nahmen. Bayern-Kanzler Uli Hoeneß würde am liebsten selbst als Deutscher Meister in der Politik Karriere machen, Dr. Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband hetzte die Armen gegen Clement auf, Hans-Ulrich Jörges vom STERN predigte Kirchhof zum Retter der Nation und Hessens Ministerpräsident Roland Koch hatte schon fast Mitleid mit Clement und hielt sich zurück, da ohnehin nur noch 8 Prozent der Bevölkerung an einen Wahlsieg der SPD glauben. Das polternde i-Tüpfelchen wurde vom CDF direkt im Anschluss an die Sendung gesetzt:
Die Kugel.
hochhuth - 25. Aug, 23:39
Eine
rot lackierte Fliege für Merkel! Darauf besteht Bundeskanzler Gerhard Schröder am Ende seines 90-minütigen Fernsehauftritts in der
Wahlarena des WDR. Er musste sich während der gesamten Sendung mit einer
schwarzen Fliege herumschlagen, die ihm permanent um den Kopf kreiste und seiner Meinung nach garantiert von der CDU in die (Wahl-)Arena geschickt worden war. Doch Schröder ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und hatte wenig Mühe, mit den kritischen Fragen aus dem Publikum umzugehen. Im Gegenteil, der Kanzler erntete viel Beifall und zeigte Volksnähe, als er auf die individuellen Probleme der verzweifelten Bürger im Publikum einging und ihnen seine ganz persönliche Unterstützung versprach.
Bei der (Quiz-)Frage nach einer möglichen Mehrwertsteuererhöhung blieb Schröder nichts anderes übrig, als sich auf ein neues Wahlversprechen festzulegen:
"Wenn ich Bundeskanzler bleibe, dann wird die Mehrwertsteuer nicht erhöht."
Wie man wohl sein Schmunzeln im Gesichtsausdruck bewerten sollte?
hochhuth - 24. Aug, 21:53