Christian Hochhuth (iDemokratie.de) Mathias Fischer (iDemokratie.de) Britta Schemel (iDemokratie.de) Olaf Nitz (iDemokratie.de) Prof. Klaus Staeck (Aktion für mehr Demokratie) Dr. Christoph Bieber (ZMI) Dr. Jan Schmidt (Universität Bamberg) Mario Münster (Johanssen + Kretschmer)    
  Hans-Joachim Otto (FDP) Katja Husen (Bündnis 90/Die Grünen) Ulrich Kelber (SPD) Claus Wichmann (SPD) Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) Bernd Schmidbauer (CDU) Marcus Weinberg (CDU) wahlblogger gesucht    

Interaktives zum Wahlkampf

Freitag, 16. September 2005

wahlkampf24.de - Jetzt hat das Volk die Wahl!

wahlkampf24.de - Das Portal für den Endspurt zur Bundestagswahl am 18. September 2005

Der Wahlkampf geht in die letzte Runde:

iDemokratie.de hat für die letzten Unentschlossenen das Wahlkampf-Portal www.wahlkampf24.de gestartet.


Nach der Wahl geht es weiter unter www.demokratie24.de.

Wir wünschen Ihnen allen ein spannendes Wahlwochenende!


Ihr Team von iDemokratie.de

Mittwoch, 14. September 2005

@lles so schön bunt hier

Interaktives Tortendiagramm der Bundeszentrale für politische Bildung

Auf den letzten Metern der Kampagne macht sich eine eigentümliche Wahlkampfmüdigkeit breit, die Wahlthemen scheinen zur Genüge verhandelt und wie die Würfel gefallen sind, das weiß ohnehin längst die Wahlmaschine.

Dass der Wahlkampf tatsächlich eine komplexe Angelegenheit ist, beweisen auch einige feine Online-Angebote, die sich für eine angemessene Begleitung des Kampagnen-Schlussspurts anbieten. Da wäre zum einen das schöne Tool "Wahlkampftourist", mit dem man die Stationen des Straßenwahlkampfs nachvollziehen kann.

Besonders gut funktioniert das in Kombination mit der leider viel zu wenig beachteten "blogtour" des ZDF, bei der sich Mario Sixtus und Christof Wolff "Vier Wochen Deutschland" angetan haben. Vielleicht etwas zu spät bringt die Bundeszentrale für politische Bildung das Statistiktool "Wer wählt was?" in Gestalt eines "interaktiven Tortendiagramms" (wow) an den Start. In vielfältigen Kombinationen lassen sich hier Wahlpräferenzen abbilden, die resultierenden Grafiken sprengen den Rahmen der üblichen politischen Farbenlehre deutlich. Ausprobieren!

Dienstag, 13. September 2005

Wahlblogs hier und da

In Deutschland neigt sich der Wahlkampf langsam dem Ende zu. Rückblickend hat sich in der politischen Blogosphäre einiges getan. Nachdem die Blogs zur Wahl anfänglich wie Pilze aus dem Boden gesprossen sind, haben es nur die wenigsten geschafft auch bemerkt zu werden. Jedoch haben Weblogs (auch) durch die Wahl und die Wahlblogs den längst überfälligen Schritt in die öffentliche Wahrnehmung geschafft. Auch die Parteien haben Weblogs als Wahlkampfinstrument in Beschlag genommen und verstanden Blogger einzubinden.

In Österreich hat der Wahlkampf zu den Landtagswahlen in den Bundesländern Wien, Steiermark und Burgenland gerade erst begonnen. Auch hier zeigt sich, dass es keinen Wahlkampf mehr ohne Weblogs geben kann.
Letzte Woche startete wahlblog.at, das wie wahlblog05.de als Gruppenblog angelegt ist. Auch hier bloggen Politiker verschiedenster Richtungen ihre subjektiven Meinungen und Beobachtungen. Initiiert wurde das Projekt von knallgrau, dem Anbieter der Weblog-Software twoday.net.

Donnerstag, 8. September 2005

Frauen und die K-Kandidatin

Seit letztem Wochenende gibt es zwei Initiativen, die sich mit der Frage beschäftigen, welche Rolle Frauenpolitik in diesem Wahlkampf spielt und ob Frau Merkel und ihre Männer für Frauen eine gute Wahl sein können. Unter www.Frauen-fragen-Merkel.de können Frauen ihre Fragen an die Kandidatin richten und aktuelle frauenpolitische Dokumente wie den offenen Brief von Renate Künast an Alice Schwarzer lesen. www.frauenpolitik-jetzt.de ist eine parteiübergreifende Initiative, an der ich mitgewirkt habe und die Unterschriften für klare "Forderungen an jede Bundesregierung" sammelt. Bisher haben ca. 650 Frauen und Männer unterzeichnet. Eins wird aus beiden Initiativen jedenfalls deutlich: Viele Frauen sind nicht bereit, einfach die Frau zu wählen - unabhängig von ihren Inhalten.

Saisonartikel bei eBay: Wählerstimmen (Update)

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis bei der Online-Plattform eBay ein ganz besonderes „Saisonangebot“ auftauchte: die Wählerstimme. Seit Mitte dieser Woche ist dort unter dem Suchstichwort „Bundestagswahl“ ein kleiner Domino-Effekt zu beobachten, immer mehr – von der politischen Lage offenbar frustierte – Nutzer bieten den Verkauf ihrer Erst- oder Zweitstimme an oder stellen den Versand der Wahlunterlagen in Aussicht. Heute morgen waren mindestens acht Angebote zum Verkauf von Erst- und Zweitstimmen online.

Die meisten Anbieter scheinen eBay als Kanal für Kritik am politischen System und dessen Vertreter(innen) zu nutzen, der Tenor dieser Einträge lautet ungefähr: „Ich versteigere meine Stimme, damit ich wenigstens etwas von dieser Wahl habe.“ Das ist nicht nur starker Tobak, sondern auch am Rande der Legalität und darüber hinaus.

Das Team von politik-digital.de beobachtet die Entwicklungen und wird dazu im Laufe des Tages eine Einschätzung veröffentlichen. Bisher gibt es einen ersten Hinweis im Weblog metablocker.

Wirklich überraschend ist das ganze nicht, denn bereits im vergangenen Bundestagswahlkampf gab es diverse Aktivitäten rund um den Stimmenhandel im Netz.

Update, 12.9.2005: Aha, inzwischen hat auch Spiegel Online bei eBay recherchiert und berichtet über Stimmenverkäufe. Schade, dass das Grimme-Preis-gekrönte Magazin nicht etwas aufmerksamer in die Weblogs geschaut hat: die Info-Box "Zum Thema im Internet" am Ende des Textes verweist lediglich auf die im Artikel besprochenen Auktionen und das 2002er-Vorbild cashvote.com. Da wäre mehr drin gewesen...

Sonntag, 21. August 2005

Kabinetts-Kand-O-Mat von politik-digital.de

Kabinetts-Kand-O-Mat von politik-digital.de

Mit einer Neuauflage des durch die letzte Europawahl bekannt gewordenen Kand-O-Maten können Internetnutzer seit dem 17. August "... Sympathiepunkte für amtierende und potenzielle Minister vergeben. Wie schneidet das CDU-Kompetenzteam gegen die rot-grüne Ministerriege ab? Wer ist der "charmanteste" wer der "frappanteste" Politiker aus der ersten Reihe? Wer wird für welchen Posten gehandelt? ..."
(Auszug aus der Pressemitteilung von politik-digital.de)


Bewerten Sie im neuen Kabinetts-Kand-O-Maten die (Schatten-)Kabinettsmitglieder von "charmant" bis "frappant": www.kand-o-mat.de

Freitag, 19. August 2005

Der Wahl (dem Wahlvolk) ein Fotoalbum

"Wer soll das alles lesen?" ist eine der am häufigsten gestellten Fragen zu den wie Unkraut aus dem digitalen Boden sprießenden Weblogs. Mit Blick in ausgewählte Angebote müsste man eigentlich noch anfügen: "Und wer soll sich das alles anschauen?"

flickr.com als visuelle Ergänzung zur Blogosphäre

Eine noch etwas neuere Mode als das Führen "digitaler Tagebücher" macht sich in besser informierten Netzkreisen breit und spiegelt den Wahlkampf nun auch visuell wider: "Photo-Sharing" greift um sich und bebildert das Rennen um das Berliner Kanzleramt. Wesentliches Tool dieses (nun wirklich *noch* etwas moderneren) Segments im Online-Wahlkampfs ist der Web-Service flickr (mehr Info? hier).

Eine bei flickr schnell eingetippte Suchanfrage zum Thema "Wahlkampf" liefert überraschend viele Schnappschüsse aus der visuellen Wirklichkeit des Wahlkampfs von Verkehrsinseln, Laternpfosten, Schlagbäumen (sic!), Vorgärten und, und, und...

Wer sich in der digitalen Bleiwüste der Blogosphäre gelegentlich mit etwas Bildmaterial versorgen möchte - nichts wie hin.

(Und in der Zwischenzeit zählen wir die Tage, bis die Kampagnen-Zentralen auch diesen Teil des Netzes zu okkupieren versuchen...)

Mittwoch, 3. August 2005

Online/Offline

Soso, die CDU ist also in den Internet-Wahlkampf gestartet - deutlich erkennbar an der gestrigen Pressekonferenz, die prompt in vielen Blogs kommentiert wurde. Dass die Netzwelt nicht gerade in Verzückung gerät, ist wenig verwunderlich und hat sich vielerorts längst angedeutet, die Trackbacks sprechen eine deutliche Sprache.

Was die Größenordnung der digitalen Wahlkampfkosten angeht, ist Christoph Dowes Feststellung aus dem metablocker ist nicht eigentlich viel hinzuzufügen:

"Entäuschend: Nur ein Prozent des Wahlkampfetats von 18 Millionen Euro wird in den Online-Wahlkampf fließen, also so um die 180.000 Euro. Davon bekommt man im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel", soweit ich weiß, gerade einmal vier Seiten als Anzeigenplatz."

Für andere ist das jedoch kein Pappenstiel, so halten die FR-Autoren Thomas Kröter und Richard Meng die Summe für respektabel: "Gut ein Prozent ihres 18-Millionen-Euro-Wahlkampfetats gibt allein die CDU im Internet aus." Und selbst Spiegel Online nennt den Betrag eine "stolze" Summe.

Und auf diesem Weg soll für die Parteien ein Schuh draus werden: Online minimal investieren, offline durch maximale Aufmerksamkeitsgewinnung abschöpfen. Hier zeigt sich aber, dass der Online-Wahlkampf in diesem Jahr möglicherweise doch eine neue Qualitätsstufe erreichen kann - nämlich dann, wenn das digitale Echo aus dem Netz so laut ausfällt, dass man es auch offline hören (oder lesen) kann.

Dienstag, 2. August 2005

Kauder präsentiert: Online-Wahlkampf der CDU 2005

Heute stellten die Christdemokraten der Presse ihre Internetkampagne vor. Die Wahlkampfportale inklusive Service-Seiten mit zielgruppenspezifische Ansprache von Jung- und Erstwählern, Aussiedlern, Frauen, Senioren sowie Auslanddeutschen und Mitgliedernetz wurden präsentiert. Themen und Techniken im Netz präsentierte Generalsekretär Volker Kauder im Konrad-Adenauer-Haus höchst persönlich.

"Ja, das Internet ist Chefsache", hatte der CDU Online-Chef Dr. Stefan Hennewig vorab versichert. Hatte doch Genosse Kauder kurz nach seiner Amtsübernahme sogar einen Chat im Mitgliedernet durchgeführt... Aber nach der heutigen Pressekonferenz kann man dies noch nicht so recht glauben. Eher gewinnt die Vermutung wieder Oberhand, dass die Online-Kommunikation auch im diesjährigen Wahlkampf wohl kaum aus ihrem Nischendasein kommen werde. Denn, nur zirka ein Prozent des CDU-Wahlkampf-Etats (also 180.000 Euro) werden in die Internet-Tools sowie die Online-Wahlkampfkampagnen der CDU investiert. Nur sage und schreibe drei Festangestellte kümmern sich um die Pflege der diversen Wahlkampf-Tools, wie zum Beispiel: die neu gestaltete Portalseite www.cdu.de mit wahlkampfrelevanten Themen, die Rapid Response-Seite zur Gegneranalyse www.wahlfakten.de mit Argumentationshilfen gegen Behauptungen des politischen Gegners sowie die heute ins Netz gestellte Internetseite www.leere-versprechen.de. Auf diesem Tool kann sich der geneigte Nutzer übrigens O-Töne von Gerhard Schröder anno 1998 anhören.

Eigentlich wollten der CDU-Generalsekretär Volker Kauder, Sprecher Claus Zemke und Online-Chef Dr. Stefan Hennewig während der PK über den Internet-Wahlkampf ihrer Partei reden. Die CDU wollte dazu auch einiges loswerden: 4,2 Millionen Page Impressions wurden auf ihrem Hauptportal im Juli registriert, seit 14. Juni 2005 hat die CDU mit cdunet.de das modernste Mitgliedernetz Deutschlands aller Parteien, welches mit dem SMS-Dienst für die fast 600.000 Parteimitglieder aufwarten kann und laut Kauder das bedeutenste Portal für die interne Wahlkampfsteuerung sei. Die Kampagnenseiten werden vornehmlich zur Mobiliserung von Sympathisanten über das Netz genutzt und täglich mit wahlkampfrelevanten Informationen bestückt.

"Weblogs stehen bei uns nicht hoch im Kurs", behauptet Kauder. Auf Blogging setze die CDU deshalb 2005 nicht. Vieles sei nicht authentisch, Spitzenkandidaten hätten in einem kurzen Wahlkampf keine Zeit, auch noch zu bloggen. Auch zur Wahl inszenierte Online-Tagebücher, die von Mitarbeitern geschrieben werden, seien die falsche Lösung. Die meisten der anwesenden Journalisten interessierten sich auch nicht sonderlich für das Thema Wahlweblogs, E-Mails oder Online-Chats, sondern nur für eines: alles rund um das TV-Duell zur Bundestagswahl.
Sowieso stelle Kauder bei einem Vergleich der CDU-Seiten mit den Internet-Aktivitäten der SPD fest: "Manchmal ist weniger mehr!"

NACHTRAG, gefunden am 2. August 2005 auf www.cducsu.de: Katherina Reiche, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Bildung und Forschung, wirkt beim Wahlblog von AOL mit. Ihr AOL-Tagebuch startete ohne Kommentare und Trackback-Funktion am Montag mit einem persönlichen Bericht über einen Besuch beim Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk in Potsdam. Hier sind alle Fraktionen des Bundestages dabei, die PDS fehlt. Das AOL-Tagebuch von Katherina Reiche bietet auch Bilder zum Eintrag. Die anderen Blogs verzichten bislang darauf... Letzteres stimmt auch nicht und nach dieser Meldung wird deutlich: Bei der CDU weiß die rechte Hand nicht, was die linke Hand tut und umgekehrt. Die Genossen machen halt ihr eigenes Ding - mit jeglichen modernen Wahlkampftools!

CDU-Generalsekretär volker Kauder präsentiert den Online-Wahlkampf der CDU 2005

Online-Wahlkampf: 1:0 für die Kampa.

Nein, man möchte wirklich nicht in der Haut derer stecken, die bei der Agentur McCann Erickson für den Online-Wahlkampf der CDU zuständig sind. Es müssen viele Nachtschichten gewesen sein, die in den vergangenen Wochen geleistet wurden. Die SPD ist mit ihrem Online-Wahlkampf schon vor Wochen durchgestartet. Fast täglich kamen neue Angebote wie die rote Box oder die neue Schröder-Homepage dazu. Die CDU verharrte lange tatenlos.

Irgendwann muss dann jemandem im Konrad-Adenauer-Haus dieser meilenweite Unterschied in der Online-Performance zwischen CDU und SPD aufgefallen sein. Und offensichtlich in einer Nacht- und Nebelaktion hat die CDU nun versucht nachzuziehen. Und das kann man ruhig wörtlich nehmen. Denn die CDU kopiert nahezu alle Elemente des Online-Wahlkampfes der SPD. Und sie kopiert nicht sonderlich geistreich. Man kann sich durchaus darüber streiten, ob die zahllosen Einzelseiten der SPD der Weisheit letzter Schluss sind. So verblüffender ist es, dass die CDU nun mit den gleichen Mitteln arbeitet.

Bei politik-digital heißt es wohl nicht zu unrecht: Mit ihrem Internet-Wahlkampf ist die SPD den anderen Parteien einen Schritt voraus.
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