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Wer steht als Kanzler zur Debatte?

Heute morgen bin ich in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auf einen Unterstützungsaufruf von einigen mehr - einigen weniger - prominenten Menschen gestoßen.

Schröder sei der bessere Kanzlerkandidat als Merkel; das ist die Botschaft des Aufrufs. Auch in den Medien wird ein Zweikampf um das Kanzleramt zwischen Merkel und Schröder dargestellt.

Das absurde daran: Schröder steht als Kanzler nicht zur Debatte! Ob es seinen Fans nun gefällt oder nicht. Er selbst hat kapituliert - vor den Bürgern und den höchsten Bundesorganen. Selbst bei einem relativ guten Abschneiden der SPD am kommenden Sonntag wird es für Rot/Grün nicht reichen, alles andere ist doch realitätsfern, oder nicht?

Für alle anderen Optionen - Schwarz/Gelb sowieso, Rot/Rot/Grün und Große Koalition - steht Schröder nach eigener (!) Auskunft nicht als Kanzler zur Verfügung! Die einzige Konstellation, in der die SPD den Kanzler stellen würde, wäre Rot/Rot/Grün. Dann allerdings hieße der Kanzler auch nicht Schröder, sondern wohl eher Sigmar Gabriel.

Übrigens: die FDP hat vor vier drei Jahren denselben Fehler gemacht, dem Wähler eine Option zu suggerieren, die im Prinzip total unrealistisch war. Das war falsch, wir haben daraus gelernt, die SPD offenbar nicht.

Ich glaube, es gibt einige Wähler, die zwar genug von Rot/Grün haben, Gerhard Schröder jedoch für sympathischer halten als Frau Merkel. Das muß ich respektieren. Diesen Menschen kann ich jedoch nur nochmals sagen: es existiert kein realistischer Wahlausgang, bei dem Gerhard Schröder Kanzler bleibt!

Hans-Joachim Otto
Sven Wallmann (Gast) - 16. Sep, 12:27

Alles, nur nicht SPD

Wer jetzt SPD wählt, ist selber schuld. Denn wofür steht diese Partei? Schwarz-Gelb steht für mehr Nähe zur Wirtschaft. Grün bedeutet, mehr für die Umwelt zu tun. Linkspartei stärkt die Stimme der Modernisierungsverlierer.
Und die SPD? Ich habe es nicht verstanden. Ach so, für Schröder. Und wofür steht Schröder?

Mag (Gast) - 16. Sep, 14:58

:(

"...Wer jetzt SPD wählt, ist selber schuld. ..."

stimmt. Ich kenne viele, die sich von der zu 90% getroffenen Entscheidung pro SPD noch distanziert haben, weil sie sich nicht gerne vera---- lassen und ggw. zur CDU tendieren.

"...Denn wofür steht diese Partei?..."

u. a. für mutmaßlichen Wahlbetrug! vgl. http://www.weisse-rose.info/modules.php?name=News&file=article&sid=314
gregorio - 16. Sep, 17:30

Das ist mir immer noch lieber als Neoliberalismus, soziale Kälte und ein reaktionäres Menschenbild.
Martin (Gast) - 16. Sep, 14:40

Ich sehe schwarz

Ich sag nur: http://stoppt-merkel.de/97:::cdu-blockiert-aus-wahltaktischen-grunden-wichtige-gesetze.html

Die CDU ist der eigentliche Bremsklotz der Nation. Mit Merkel und Westerwelle zurück ins 20. Jahrhundert :-(

hans-joachim.otto - 16. Sep, 15:26

Lieber (Herr?) Martin,

Sie verfolgen eine simple Argumentation: wenn die CDU etwas ablehnt, dann muß es aus wahltaktischen Gründen geschehen sein.

Allerdings irren Sie und die von Ihnen beworbene Internetseite in vielen Fällen. Ich selbst war zum Beispiel an der Novelle des Telekommunikationsgesetzes (TKG) beteiligt - natürlich aus einer Oppositionsrolle heraus - und kann Ihnen versichern: es wurde nicht aus wahltaktischen Motiven heraus abgelehnt (auch nicht von der FDP!), sondern deshalb, weil es schlecht ausgearbeitet und voller Fehler war. Die Belastungen, die einigen Wirtschaftszweigen auferlegt werden sollten, wären sehr kontraproduktiv gewesen, zum Teil übrigens auch für den Verbraucher. Manche angestrebten Regelungen waren geradezu entmündigend. Das wollen Sie sicherlich auch nicht, oder?

Die von Ihnen beworbene Seite nennt drei Beispiele, die ihres Erachtens hätten geregelt werden sollen. So einfach ist das aber nun mal nicht; der TKG-Änderungsentwurf besteht immerhin aus 46 Seiten.

Also: nur weil der Bundesverband der Verbraucherzentralen etwas behauptet, muß es noch lange nicht stimmen. Haben Sie sich denn auch aus anderen Quellen informiert? Wenn nicht, lade ich Sie herzlich dazu ein. Auf den Seiten des Deutschen Bundestages zum Beispiel können Sie die Dokumentation der öffentlichen Anhörung zu dem Thema einsehen, bei der ein viel breiteres Meinungsspektrum abzurufen ist, als auf einem Anti-CDU/FDP-Auftritt.

Im übrigen werde ich mich dafür einsetzen, daß es in der nächsten Wahlperiode zu einer effektiven und sinnvollen Überarbeitung des TKG kommen wird - mit einem nachhaltigen Einfluß durch die FDP!

Ihr
Hans-Joachim Otto
markusk (Gast) - 16. Sep, 17:08

Datenschutz

... und bitte auch für die Einhaltung des Datenschutzes (z.B. Rundfunkstaatsvertrag). Was die GEZ bereits jetzt schon für Befugnisse hat ist meiner Meinung nach zuviel.
Sie haben hier ja eigene Vorschläge.

Auch stört mich das Ausspionieren (z.B. ein kleiner Pixel auf einer Page) um Analysen für das Konsumverhalten zu betreiben (von welcher Seite kommt man, wo geht man hin). Oder dann jetzt auch versteckte elektronische Chips in bestimmten Artikeln eingearbeitet.

Ich möchte nicht, dass mir der Markt erklärt, was ich brauche. Da fühle ich mich entmündigt.
sigmund (Gast) - 17. Sep, 07:06

Zurück in den Mutterleib?

Hallo Gregorio,

Diese Art des Sozialismus ist doch nichts anderes als Decken unter Brücken zu verteilen.
Besteht unsere Aufgabe nicht darin, dafür zu sorgen, daß Menschen eine würdigere Bleibe finden können?
Es gibt für das Leben keine Volkaskoversicherung, schon gar nicht ohne Selbstbehalt. Aber bei allen Hindernissen bietet das Leben wunderbare Entfaltungsmöglichkeiten. Probier's mal.
Nickelklaus - 17. Sep, 10:05

Ins 20igste Jahrhundert ? OK

Damit hätten Sie sogar Recht, weil damit die soziale Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard angesprochen wird.
Das waren noch Zeiten! Nach dem Untergang war es der Mann, der Deutschland Kraft und Mut zum Aufbau gab:
Arbeitslosigkeit gab es kaum.
Nachahmung empfohlen nach dem Motto:

"Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt,
wir steigern das Bruttosozialprodukt!"

Dieses Gefühl eines Aufbruchs für bessere Zeiten kann die SPD, Linkspartei, Grüne aber auch gar nicht vermitteln.
Das können nur Merkel, Merz und Kirchhof, der mit seinen Visionen Ausblicke für die Zukunft geben kann. Und niemand vermag dies trotz aller Anfeindungen so gut wie er. Ähnlichkeiten mit Ludwig Erhard bestehen hier schon.
Eine Partei ohne Visionen für einen Aufbruch wird nur scheitern können.
Methusalem (Gast) - 17. Sep, 10:46

Masochismus oder?

Ist das denn eigentlich wichtig?
Das macht angesichts des Mail-Mülls doch überhaupt keinen Unterschied.
Wäre es nicht eher eine Überlegung wert, wie wir wieder auf Wachstumskurven einschwenken können, DIE WIR SCHON EINMAL HATTEN.
Vieles hat sich seit Ludwig Erhard geändert, bei weitem nicht alles verbessert.

Falls Du jung bist, solltest Du bedenken, daß DEINE GENERATION den SCHULDENBERG bezahlen mußt, den rot-grün in den letzten Jahren auf den Kohlschen Haufen noch obenaufgesetzt hat. Beides ist schlimm. Früher gab es einmal eine allgemein anerkannte Sekundärtugend "Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir". Das hat sich leider umgekehrt. Und da es so viele Über60Jährige gibt, wird das auch zunehmend schwer demokratisch zu ändern sein. Wenn sich die Jugend in masochistischer Manier auch noch auf die Seite der Älteren schlägt, wie soll sich dann etwas ändern?

Das einzige, was mich an der Verblendung Deiner Generation tröstet, ist daß es politische Verführer in der deutschen Vergangenheit noch schlimmer getrieben haben:
Da schickte man im Namen des Vaterlandes die Jungen in den Heldentod. Wenn Du wirklich einmal erschauern möchtest, fahr nach Verdun und schau Dir das Beinhaus an. Da liegen die Knochen von mehreren hunderttausend Gefallenen.
Die Menschen dieser verschollenen Zeit hatten keine Chance, sich zu informieren, weil sie nur die Staatssicht erfuhren. Du hingegen kannst im Internet und überall herumsuchen. Wenn Du es nichts nutzt, kann man leider nicht helfen. Wir haben schließlich eine Demokratie.

Übrigens, ich bin 59 und lebe sehr komfortabel. Ich möchte mir nur später nicht vorwerfen müssen, im falschen Augenblick geschwiegen zu haben.
Jens (Gast) - 17. Sep, 20:06

Ampel nicht vergessen, Herr Otto!

Die Option ist auch theoretisch denkbar.

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