Christian Hochhuth (iDemokratie.de) Mathias Fischer (iDemokratie.de) Britta Schemel (iDemokratie.de) Olaf Nitz (iDemokratie.de) Prof. Klaus Staeck (Aktion für mehr Demokratie) Dr. Christoph Bieber (ZMI) Dr. Jan Schmidt (Universität Bamberg) Mario Münster (Johanssen + Kretschmer)    
  Hans-Joachim Otto (FDP) Katja Husen (Bündnis 90/Die Grünen) Ulrich Kelber (SPD) Claus Wichmann (SPD) Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) Bernd Schmidbauer (CDU) Marcus Weinberg (CDU) wahlblogger gesucht    

Politikeraustausch!

„Der-Abgeordnete-erklärt-im-verrauchten-Hinterzimmer-die-Welt“-Wahlkampfveranstaltung langweilen nicht nur die Wähler sondern auch mich. Deswegen habe ich mir andere Möglichkeiten einfallen lassen, um mit möglichst vielen Leuten vor der Wahl ins Gespräch zu kommen. Unter anderem ist dabei die Veranstaltungsreihe „KinoTalk mit Anna“ entstanden. In meinem Wahlkreis haben wir an drei Abenden einen spannenden Film gezeigt und mit interessanten Gästen über das Thema des Films diskutiert.

„Die Grüne Bewegung heute, gestern und in Zukunft“ war das erste Thema, über das ich mit dem grünen Urgestein Tom Koenigs anlässlich des Films „Am Tag als Bobby Ewing starb“ diskutiert habe. Eine Woche später haben wir uns "Kurz und Schmerzlos" von Fatih Akin angesehen. Gestern Abend war dann mein Lieblingsthema Europa dran. Daher stand in meinem Hofheimer Lieblingscafe "L'auberge Espagnole" auf dem Programm. Der Film mit dem Untertitel "Barcelona für ein Jahr" gibt einen amüsanten Einblick in das Leben eines Erasmus -Austauschstudenten, für den das Ziel Spanisch zu lernen in seiner internationalen WG bald zur Nebensache wird. Weil ich momentan selber kein Erasmus-Jahr machen kann, wollte ich zumindest an einem Politikeraustausch teilnehmen. Daher habe ich Bartek Lech aus Stettin zur Diskussion über den Film eingeladen. Bartek ist ein junger Kandidat für die polnischen Grünen. In einer Woche werde ich ihn in Stettin im Wahlkampf unterstützen. Wir waren uns einig, dass die Osterweiterung sowohl für Polen als auch Deutschland Vorteile bringt. Die EU muss allerdings noch demokratischer, effizienter und transparenter werden. Heute Morgen habe ich mit Bartek Bioäpfel am Hofheimer Bahnhof verteilt. Nachmittags stand der Besuch von verschiedenen Einrichtungen für Mädchen in Wiesbaden auf dem Programm.
Sven Wallmann (Gast) - 13. Sep, 22:10

Mehr Wahlmöglichkeiten

Ich bin für ein Wahlrecht, bei dem man innerhalb der Parteien einzelne Kandidaten auswählen kann.

gregorio - 14. Sep, 09:35

Du könntest versuchen, die Hessen zu überzeugen, nicht die Grünen zu wählen...
Staufer (Gast) - 13. Sep, 22:38

Neue Europa-Politik

Liebe Fr. Lührmann,
ich denke auch, daß Europa Deutschland und Polen Vorteile bringt. Dann muss sich Deutschland aber auch darauf einstellen. Mit der Fixierung auf die nationalen Instrumente der Umverteilungsbürokratie kommen wir nicht weiter, und wir müssen von der wirtschaftlichen Dynamik in Osteuropa lernen, die sich auf mehr Freiheit und nicht auf mehr Umverteilung gründet.
Was Sie zur EU sagen, ist auch ok. Da hat Deutschland allerdings in letzter Zeit keine gute Politik gemacht. Das traditionell gute Verhältnis zu den kleineren EU-Staaten wurde der Achse Paris-Berlin-Moskau geopfert, die Effizienz wurde zugunsten der Fortschreibung der EU-Agrarsubventionen geopfert. Die sind unsozial, ökologisch fatal und schaden der Dritten Welt - aber Schröder tut ja seit 2002 alles, was Chirac will. Dazu haben die Grünen nichts gesagt, auch nicht Fischer. Der scheint für die Außenpolitik aber auch gar nicht zuständig zu sein, zu Waffen für China und Tschetschenien hat er auch nichts gesagt... Die Medien haben den Grünen ganz schön viel an Grundsatzverleugnung durchgehen lassen. Was nutzt das Dosenpfand, wenn in der EU die illiberale und umweltschädliche Landwirtschaftspolitik ungebremst weitergeht?

Nickelklaus - 14. Sep, 00:13

Grüne Harmonie

Verehrte Frau Luermann,
in Ihrem Bericht steckt eine Menge Bedürnis nach friedvoller Harmonie, die Sie trotz des Wahlkampfes stabil zu halten bestrebt sind. Nette Wahlwerbung mit Bioäpfeln. Leben wir immer noch in den 70iger Jahren?

Nehmen Sie mir es nicht allzu übel, wenn ich darin Zeichen entdecke, die harten Realitäten in unserem Land nicht sehen zu wollen oder der Blick dazu einfach fehlt.

hazy (Gast) - 14. Sep, 08:19

Begegnung mit ZWEI Monstern

... an der Tankstelle mußte ich heute zwei Monster versorgen - das Finanzamt und einen Ölmulti. Das eine Monster zweigt 80 Cent* ab und gibt mir nichts zurück, das andere 40 Cent und rückt dafür wenigstens Benzin raus. Welches ist das schlimmere Monster?

*70% Steueranteil

gregorio - 14. Sep, 09:37

Die Ölmultis, die verschmutzen nämlich die Umwelt.
fabo (Gast) - 14. Sep, 09:53

Deppen, die behaupten von ihren Steuern kriegten sie nichts zurück. Wer von den Ölmultis hat den die Straße gebaut, auf der du zur Tankstelle fährst? Und die Polizei, die beim nächsten Unfall vorbeikommt? Son Solidarsystem, wo alle Geld bezahlen, um gemeinsame Einrichtungen zu finanzieren scheint für viele Menschen zu kompliziert zu sein. Wer glaubt, er bekäme für seine Steuern keine Gegenleistung sollte vielleicht mal ne woche in ein afgahnisches bergdorf ziehen und überlegen, was fehlt ...
hazy (Gast) - 14. Sep, 09:58

"Österreich hat bei etwa dem halben Budgetdefizit Deutschlands die halbe Arbeitslosenrate und ein etwa doppelt so hohes Wachstum."

Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein

Quelle: http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/aktuell/art279,432733.html

Das ist der kleine Unterschied zwischen der rot-grünen "Wirtschaftspolitik" und sozialer Marktwirtschaft.
Die Österreicher haben's halt geschnallt.
hochhuth - 14. Sep, 10:31

Mitnahmementalität

Jammern und meckern. Das ist typisch in unserem Land. Der Staat Rot-Grün ist an allem Schuld, deshalb brauchen wir den Wechsel, damit wir danach im Paradies leben können. Ich kann fabo nur zustimmen! Wir leben in Deutschland in einem der reichsten, sichersten, demokratischsten und sozialsten Länder der Welt. Dies ist auch ein Erfolg der rot-grünen Regierung (siehe Irak-Krieg).
hazy (Gast) - 14. Sep, 11:23

"Zu wenig Geld für Bildung - und dazu falsch verteilt" SZ, 14.9.05, S. 7

naaja. Immerhin erfreulich, wie stramm Du an Deutschland glaubst. Aber gib uns bitte, bitte Fakten, nur ein paar klitzekleine!
Ich fange schon einmal an, ok? Wir schlagen die heutige Tageszeitung auf und konzentrieren uns auf das Wesentliche. Also nicht Achselschweißflecken sondern Deutschlands Zukunft in Gestalt einer GUT AUSGEBILDETEN NACHWUCHSGENERATION. Genau genommen auf die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2004", aber bitte nur die Vollversion mit 512 Seiten, da die von unserem Ministerium verbreitete Propaganda-Kurzfassung sich auf die Rosinchen konzentriert und das Unerfreuliche herunterspielt.
Da erfahren wir z.B., daß im internationalen Vergleich der OECD-Staaten bei den jährlichen Ausgaben pro Grundschüler Deutschland auf dem 20. Platz (zwanzig) landet. Bei fast allen wesentlichen Maßgrößen liegen wir hinten, eigentlich schneidet Deutschland nur beim Grand Prix d'Eurovision noch schlechter ab.
Richtig ist allenfalls, daß wir uns von "grottenschlecht" auf "sehr schlecht" hochgearbeitet haben.
Wenn nicht die SPD geführten Länder die Veröffentlichung der innerdeutschen PISA-Vergleiche verhinderten, könntest Du auch noch erfahren, daß es zwischen den Bundesländern ein steiles Süd-Nord-Gefälle gibt.

Ich teile Deine Gelassenheit nicht: Zum einen ist das für den zukünftigen Wohlstand äußerst bedrohlich (wir haben ja leider keine Bodenschätze), zum anderen ist es - pardon - eine soziale Sauerei, die jungen Menschen um ihre Chancen zu bringen. Die können doch nichts dafür in Bremen oder sonstwo geboren zu sein.

Ich bin ganz Ohr und Auge.

Beispiele der heutigen Tagespresse z.B. die überaus SPD-freundliche Süddeutsche Zeitung, S. 7 "Zu wenig Geld für Bildung - und dazu falsch verteilt" (mit eindrucksvollen Bildchen) oder online: http://www.ftd.de/pw/de/22151.html
gregorio - 14. Sep, 13:13

Bildung ist Ländersache, da hat Rot-Grün nichts mehr mit zu tun.
hazy (Gast) - 14. Sep, 13:36

Stimmt, Bildung ist Ländersache. Aber das ist es ja gerade!

Die einzelnen deutschen Bundesländer werden für internationale Vergleiche (zwischen den OECD-Staaten) zu gesamtdeutschen Mittelwerten zusammengefaßt.
Die Mittelwerte errechnen sich also aus guten und schlechten Bundesländern. Und leider - ich sage das voller Sorge und ohne jede Häme - sind die Werte von rot-grünen Bundesländern teilweise sehr schlecht. Erläuterndes Beispiel auf Schulnotenbasis (Werte nur beispielhaft): Bayern = sehr gut, Sachsen = gut, Bremen = ungenügend. Mittelwert = (1+2+6)/3 =9/3=3. Also für Deutschland Gesamtnote befriedigend, aber dahinter verbergen sich große Unterschiede.
gregorio - 14. Sep, 14:23

Es gibt in Deutschland nicht ein einziges rot-grün regiertes Bundesland.
hazy (Gast) - 15. Sep, 07:49

Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Danke für Deinen Hinweis auf die aktuellen politischen Konstellationen der Bundesländer, den ich gern zur Präzisierung aufnehme.

Wir sprechen natürlich von einem sehr langfristigen Prozeß. Wenn Hänschen im Kindergarten oder den ersten Schuljahren ein paar "Jahresringe des Lernens" fehlen, dann merkt das erst Hans im Azubialter, wenn er keinen Job findet. Entsprechend schwierig ist die Zuordnung. In Hessen gab es z.B. einmal einen Kultusminister, der rote Ideologie predigte, seine eigenen Kinder diesem Experiment aber lieber nicht aussetzen wollte, sondern sie auf teure Privatschulen schickte. Dessen Namen kennen heute nur noch die alten Leute.

Was wir heute sehen, ist das Ergebnis einer Alt68er-Philosophie der Verantwortungslosigkeit. (Übrigens ein Grund, daß wir junge Politiker brauchen, die persönliche Integrität mitbringen. Die sollten nach meiner Meinung auch wirklich gut verdienen, solange alles transparent bleibt.) Dort, wo sich diese Alt68er durchgesetzt haben, sind die Ergebnisse im Bildungs- und wohl auch Erziehungsbereich schlecht, dort wo die Konservativen das Sagen hatten, sind sie besser.

Nehmen wir Bremen - ROT/SCHWARZE Koalition - als ein Beispiel des Desasters.
Bremen, einst zu Recht stolze Hansestadt - so etwas wie die de Luxe Ausführung Hamburgs - ist seit Jahren wirtschaftlich so weit heruntergekommen, daß kaum noch etwas aus eigener Kraft läuft. Natürlich kann man Ausnahmen nennen - Mercedes Werk - aber die sind das, was ihr Name schon sagt. Ideologisch ist man von den alten Bundesländern auch unter dem Einfluß einer "roten" Uni wohl am weistesten auf der 68er Schiene gegangen. Als Ergebnis war das Land vor einigen Jahren pleite und erstritt sich vor Gericht einen saftigen Bundeszuschuß wegen "unverschuldeter Armut". Da man die Bremer nicht verhungern lassen konnte, bekamen sie das Geld. Und was haben die Politiker damit gemacht? Ja was wohl? Einen VERGNÜGUNGSPARK gebaut. Der ging natürlich sofort pleite, so daß jetzt will man wieder klagen will. Übrigens, gemeinsam mit dem Saarland, daß von dem früheren SPD-Vorsitzenden und heutigen Luxuslinken finanziell ruiniert wurde.

Aus dem Zwang leerer Kassen und ideologisch geprägt ist das gesamte Bildungssystem Bremens denkbar heruntergekommen und die Ergebnisse dementsprechend: Die heute Jungen müssen für die Ideologie der 68er bezahlen.

Dieser Aberwitz geschieht seit langem unter der Leitung eines persönlich gewinnend auftretenden SPDlers, der sich mit einem überforderten CDU-Gehilfen eine große Koalition zusammengestellt hat, auf den die Bremer bei Wahlen regelmäßig hereinfallen. Es wäre für Bremen besser gewesen, wenn dieser Landeschef nur ein Heiratsschwindler oder Anlagebetrüger geworden wäre, dann hätte er nur eine Handvoll Menschen ins Unglück geführt.

Auch die nächste Stufe des Niederganges wird dort schon erkennbar. Eigentlich haben die Politiker der Stadt Bremen nur noch einen Ort, auf den sie herunterblicken können, die Stadt Bremerhaven. Die läßt das Bundesland Bremen nämlich verhungern. Ergebnis dort: Rechtsradikale Elemente in der Politik.

Die entscheidende Frage ist natürlich, wie man es besser machen könnte. Da fallen einem ganz einfache Rezepte ein: Persönliche Vorbildfunktion der Menschen in führenden Positionen, und zwar als KO-Kriterium. Familie/Eltern als mit Abstand wichtigste soziale Gruppierung anerkennen und begünstigen. Sich um das Kindergartenalter kümmern (auch in diesem sog. Erziehungsbereich liegt Deutschland nicht gut) und bei allem auf Information/Transparenz und Vergleichen der Ergebnisse bestehen... - und danach seine Wahlentscheidung treffen.

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