Mit dem Knie denken (Gastbeitrag)
Heute erreichte mich per E-Mail ein kurzer Text meines Gießener Kollegen Benjamin Burkhardt, der sich auf visuelle Aspekte der Politik spezialisiert hat. Für die Verwahrung in der eigenen Mailbox sind die Notizen viel zu Schade, lesen Sie selbst:
"Ich denke sowieso mit dem Knie." So weit Joseph Beuys. Kann sich heute noch jemand vorstellen, dass er zum Ende der 1970er Jahre die grüne Partei in Deutschland mitgegründet hat? Sogar eines der frühen Wahlplakate der Grünen kam von Beuys. Es zeigte einen Hasen in Konfrontation mit einem Zinnsoldaten und hieß "Der Unbesiegbare". Durchgeknallt oder genial - wie auch immer: In seiner Partei wurde Beuys ziemlich schnell kaltgestellt.
Im Wahlkampf 2005 greifen die Grünen sein Erbe aber nun doch wieder auf: Denn neuerdings teilt Joseph (alias Joschka der Unbesiegbare) Fischer mit Beuys nicht mehr nur den Vornamen, sondern auch die Vorliebe fürs Mit-dem-Knie-Denken. Jedenfalls sieht das auf dem Wahlplakat so aus, dass mit dem etwas albernen Slogan "Ja! zu Joschka" daher kommt.

Bild-Zeitungs-KennerInnen werden dabei sofort an ein Titelblatt der so genannten Zeitung im Dezember 2004 denken, auf dem es bezüglich Fischers neuer Flamme hieß: "Ja, Joschka! Sie ist die Richtige".
Aber das nur nebenbei, denn eigentlich ging es ja um das Knie des Außenministers. Auf dem Plakat entspringt diesem Jogging-erprobten Gelenk also eine Denkblase, in der steht: "Ja! zu Joschka". Das ist eine gute Nachricht: In Zukunft reden wir alle hoffentlich nicht mehr so viel über Joschkas Bauch – sondern mehr mit Joschkas Knie.
P.S.: Joschkas Knie denkt derzeit aber nicht nur auf Plakaten, sondern auch in dem grausamen Alm-TV-Wahlspot der Grünen (Regisseur: Pepe Danquart). Dort sind seine Gedanken sogar noch wesentlich komplexer, geradezu verwirrend. Am Anfang denkt es: "Die Grünen sind an allem schuld!" In der Mitte denkt es: "Die Grünen sind nicht schuld an Angela Merkel, an Guido Westerwelle, an Edmund Stoiber!" Und am Ende? Am Ende denkt dann die gute alte Sonnenblume für das Knie: "Zweitstimme ist Joschka-Stimme". Genau ... äh: Ja!
"Ich denke sowieso mit dem Knie." So weit Joseph Beuys. Kann sich heute noch jemand vorstellen, dass er zum Ende der 1970er Jahre die grüne Partei in Deutschland mitgegründet hat? Sogar eines der frühen Wahlplakate der Grünen kam von Beuys. Es zeigte einen Hasen in Konfrontation mit einem Zinnsoldaten und hieß "Der Unbesiegbare". Durchgeknallt oder genial - wie auch immer: In seiner Partei wurde Beuys ziemlich schnell kaltgestellt.
Im Wahlkampf 2005 greifen die Grünen sein Erbe aber nun doch wieder auf: Denn neuerdings teilt Joseph (alias Joschka der Unbesiegbare) Fischer mit Beuys nicht mehr nur den Vornamen, sondern auch die Vorliebe fürs Mit-dem-Knie-Denken. Jedenfalls sieht das auf dem Wahlplakat so aus, dass mit dem etwas albernen Slogan "Ja! zu Joschka" daher kommt.

Bild-Zeitungs-KennerInnen werden dabei sofort an ein Titelblatt der so genannten Zeitung im Dezember 2004 denken, auf dem es bezüglich Fischers neuer Flamme hieß: "Ja, Joschka! Sie ist die Richtige".
Aber das nur nebenbei, denn eigentlich ging es ja um das Knie des Außenministers. Auf dem Plakat entspringt diesem Jogging-erprobten Gelenk also eine Denkblase, in der steht: "Ja! zu Joschka". Das ist eine gute Nachricht: In Zukunft reden wir alle hoffentlich nicht mehr so viel über Joschkas Bauch – sondern mehr mit Joschkas Knie.
P.S.: Joschkas Knie denkt derzeit aber nicht nur auf Plakaten, sondern auch in dem grausamen Alm-TV-Wahlspot der Grünen (Regisseur: Pepe Danquart). Dort sind seine Gedanken sogar noch wesentlich komplexer, geradezu verwirrend. Am Anfang denkt es: "Die Grünen sind an allem schuld!" In der Mitte denkt es: "Die Grünen sind nicht schuld an Angela Merkel, an Guido Westerwelle, an Edmund Stoiber!" Und am Ende? Am Ende denkt dann die gute alte Sonnenblume für das Knie: "Zweitstimme ist Joschka-Stimme". Genau ... äh: Ja!
christoph.bieber - 9. Sep, 15:21




Allerdings: Nach gängiger Comic-Nomenklatur wird eine Gedankenblase mit Blasen gekennzeichnet.
Ein Pfeil dagegen kennzeichnet gesprochenen Text.
Ganz offensichtlich ist Joschka als kein Kniedenker, sondern ein Knieredner.
Auf jeden Fall sollten die Grünen einen anderen Graphiker beauftragen ...