Saisonartikel bei eBay: Wählerstimmen (Update)
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis bei der Online-Plattform eBay ein ganz besonderes „Saisonangebot“ auftauchte: die Wählerstimme. Seit Mitte dieser Woche ist dort unter dem Suchstichwort „Bundestagswahl“ ein kleiner Domino-Effekt zu beobachten, immer mehr – von der politischen Lage offenbar frustierte – Nutzer bieten den Verkauf ihrer Erst- oder Zweitstimme an oder stellen den Versand der Wahlunterlagen in Aussicht. Heute morgen waren mindestens acht Angebote zum Verkauf von Erst- und Zweitstimmen online.
Die meisten Anbieter scheinen eBay als Kanal für Kritik am politischen System und dessen Vertreter(innen) zu nutzen, der Tenor dieser Einträge lautet ungefähr: „Ich versteigere meine Stimme, damit ich wenigstens etwas von dieser Wahl habe.“ Das ist nicht nur starker Tobak, sondern auch am Rande der Legalität und darüber hinaus.
Das Team von politik-digital.de beobachtet die Entwicklungen und wird dazu im Laufe des Tages eine Einschätzung veröffentlichen. Bisher gibt es einen ersten Hinweis im Weblog metablocker.
Wirklich überraschend ist das ganze nicht, denn bereits im vergangenen Bundestagswahlkampf gab es diverse Aktivitäten rund um den Stimmenhandel im Netz.
Update, 12.9.2005: Aha, inzwischen hat auch Spiegel Online bei eBay recherchiert und berichtet über Stimmenverkäufe. Schade, dass das Grimme-Preis-gekrönte Magazin nicht etwas aufmerksamer in die Weblogs geschaut hat: die Info-Box "Zum Thema im Internet" am Ende des Textes verweist lediglich auf die im Artikel besprochenen Auktionen und das 2002er-Vorbild cashvote.com. Da wäre mehr drin gewesen...
Die meisten Anbieter scheinen eBay als Kanal für Kritik am politischen System und dessen Vertreter(innen) zu nutzen, der Tenor dieser Einträge lautet ungefähr: „Ich versteigere meine Stimme, damit ich wenigstens etwas von dieser Wahl habe.“ Das ist nicht nur starker Tobak, sondern auch am Rande der Legalität und darüber hinaus.
Das Team von politik-digital.de beobachtet die Entwicklungen und wird dazu im Laufe des Tages eine Einschätzung veröffentlichen. Bisher gibt es einen ersten Hinweis im Weblog metablocker.
Wirklich überraschend ist das ganze nicht, denn bereits im vergangenen Bundestagswahlkampf gab es diverse Aktivitäten rund um den Stimmenhandel im Netz.
Update, 12.9.2005: Aha, inzwischen hat auch Spiegel Online bei eBay recherchiert und berichtet über Stimmenverkäufe. Schade, dass das Grimme-Preis-gekrönte Magazin nicht etwas aufmerksamer in die Weblogs geschaut hat: die Info-Box "Zum Thema im Internet" am Ende des Textes verweist lediglich auf die im Artikel besprochenen Auktionen und das 2002er-Vorbild cashvote.com. Da wäre mehr drin gewesen...
christoph.bieber - 8. Sep, 11:10




Verkauf eines Grundrechtes
In dieser unseren verrohten Gesellschaft wird der Mensch von vielen nicht mehr wahr genommen. Ich war beim Haareschneiden, ich habe meinen Computer reparieren lassen. Ich muss schnell, schnell, schnell von A nach B und das Fahrzeug vor mir hindert mich in meiner Eigenverantwortung. (Ich, ich, ich) Der Mensch wird oft nur noch auf seine Dienstleistung reduziert, manchmal sogar auf noch viel weniger. Viele Medien tun mit ihrem Bildungsangebot ihr übliches. Man setzt in der Verantwortung schon lange auf Liberalität. Unbegrenztes Informationsangebot im Internet (bei entsprechender Recherche) einerseits und vorgegebene mediale Massenverblödung andererseits. Die Entwicklung steht ja allen frei, wirklich allen?
Im Gegenzug regiert eine Gier und Machtgeilheit unter den Eliten dieses Landes wie nie zuvor. Der Reigen vieler unter Korruptionsverdacht stehender Politiker, Vorstände, Aufsichtsräte u.ä nimmt permanent zu. Man betrügt ganz öffentlich in ganz großem Stil und hält das wahrscheinlich auch noch für ein besonderes Privileg. Die Justiz verstehe ich hier nicht. Zeigen sie mir auch nur einen einzigen "Normalo", der nach Halbstrafe die Haftanstalt verlässt. Bestenfalls mal nach 2/3 der Zeit und Vergünstigungen wie Offener Vollzug sind eher schwer zu erlangen.
Man sagt, man solle Deutschland nicht schlecht reden hier ist alles gut, Ihr Pessimisten.
Na klar, das geht auch noch ganz anders. Man blicke über den großen Ozean direkt hinter das Mississippi delta. Da wird die wahre Katastrophe sichtbar. Als ob das eine Warnung an all die Menschen auf dieser Welt war.
Aber jetzt kommen die Retter in der Not: Herr Westerwelle als Justizminister und Herr Beckstein als Innenminister. Da kommt Freude auf.