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Die Strippenzieher

Erinnerungen aus aktuellem Anlass

Einmal bin ich selbst auf die geschickten Verführer hereingefallen. 1985 fragten mich einige Sportler, unter ihnen Weltmeister und Olympiasieger, ob ich nicht neben einem Signet für ihre Initiative auch das Plakat für die in der Dortmunder Westfalenhalle geplante Großveranstaltung "Sportler für den Frieden" entwerfen könne. Selbst eher unsportlich, fühlte ich mich durch das Vertrauen dieser Hochleistungsathleten geehrt und sagte zu. Allerdings nicht, ohne mich über den politischen Standort der Läufer, Fechterinnen und Ruderer informiert zu haben. Als Sozialdemokraten und Sympathisanten der SPD waren sie mir alle politisch unverdächtig.

Die ersten Zweifel kamen mir während der Vorstellung meines Plakates, als wir in einem Nebenraum des Frankfurter Waldstadions unverhältnismäßig lange auf einen bestimmten Pressevertreter warten mussten. Der entpuppte sich schließlich als Redakteur der DKP-Zeitung Unsere Zeit (UZ). Einmal misstrauisch geworden, fragte ich in die Runde der Weltstars, wer denn eigentlich die enorme organisatorische Arbeit leisten und das finanzielle Risiko tragen würde. Ich wurde auf eine Frau verwiesen, die bis dahin nicht in Erscheinung getreten war. Meine Vermutung, dass sie dann wohl ein DKP-Mitglied sei, wurde achselzuckend bestätigt.

Die Stunde der Wahrheit schlug am 19. Oktober 1985 in der völlig überfüllten Westfalenhalle: DKP-Festspiele pur. In einer Pause des Sportlerspektakels fragte mich der reichlich irritierte Kabarettist Werner Schneyder, in was für eine Veranstaltung er denn hier geraten sei. Anlass seiner temporären Verwirrung: Während seiner Bühnenmoderation hatte er neben dem Abzug der amerikanischen Raketen - großer Beifall - höchst leichtsinnig auch einen sowjetischen Rückzug - ohrenbetäubendes Pfeifkonzert - gefordert. [weiter]
markusk (Gast) - 2. Sep, 11:52

Der Osten schlägt zurück?

Report Mainz berichtete. Auch die Welt am Sonntag und die Bild am Sonntag haben sich schon lächerlich gemacht, als sie von DKP Mitgliedern auf den Listen der Linkspartei berichteten. Die Bild Online hat kurzerhand einen ähnlichen Artikel wieder gestrichen.

Was ist die DKP jetzt? Eine Partei, oder angesichts vergehender Zeit vielleicht nur noch eine private Meinung? Da würde ich mir über andere ideologisch-philosophische Grundhaltungen derzeit mehr Gedanken machen. Das sage ich Ihnen ganz ehrlich.

markusk (Gast) - 3. Sep, 01:05

Ergänzung

Von wegen Hammer und Sichel schwingen.
Die DKP hat heute in Nürnberg mit einem Stand ganz artig für das leibliche Wohl aller gesorgt. Es gab Fleischkäse. Da passt mal in der neuen Saison lieber auf Klaus Ernst und Bodo Ramelow auf. Ich habe das Gefühl, im Bundestag wird es jetzt kurzweilig. Die hat man durch die ganze Altstadt gehört. Von Moskau war da nicht die Rede, eher schon von Ungerechtigkeit und Sozialabbau.
Nickelklaus - 9. Sep, 10:48

Die Wahl, eine Frage der Bildung

Das ist der große Unterschied und zwar erstmals in diesem Wahlkampf. Merkel besteht auf Ehrlichkeit in ihren Ankündigungen, auch wenn diese unangenehm sein können. Das Risiko ist hoch, weil Schröder mit einfachen, populistischen und damit unwahrhaften Allgemeinplätzen dagegen argumentieren kann. Im Moment sieht es nach den Umfragen aus, als wenn viele Bürger schon wieder auf Schröder hereinfallen. Die politische Bildung (die Allgemeinbildung auch) ist bei diesen mangelhaft, so dass sie sich nur mit Hilfe des großen Tamtams entscheiden können. Pisa bei den Linkswählern lässt grüßen. Stoiber hat nicht so ganz unrecht.

Gestern sah ich im Fernsehen -ich glaube im WDR "Wahlarena"- Merkel , die Fragen zum "bedrohlich" erscheinenden Parteiprogramm aus dem Publikum beantwortete, was nach den Reaktionen des Publikums überzeugend wirkte.
In der letzten Phase des Wahlkampf erscheint mir ehrlichere Aufklärung als die beste Möglichkeit der beabsichtigten Volksverdummung des Schauspielers Schröder Paroli bieten zu können.

http://reformen.isthier.de

markusk (Gast) - 9. Sep, 11:13

Na, dann erläutern Sie mit doch mal den Unterschied?

Marxismus
Sozialismus
kollektivistischer Anarchismus
Syndikalismus
Nationalsozialismus
Humanismus
Neoklassik
Neoliberalismus
Makroökonomie
Mikroökonomie.

Es gäbe da mit Sicherheit noch viel mehr.

Nachdem ich Sonntag in einer Woche wohl irgendwo Kreuzchen machen muss und ich grundsätzlich wissen möchte, wohin unser Land steuert, hätte ich auf diese Fragen schon grundsätzliche Antworten. Da möchte ich mich auf Steuermodelle alleine nicht beschränken. Und schon gar nicht auf die Vorgaben irgendwelcher Industrieverbände.
Politik und Geschichte stehen in unmittelbaren Zusammenhang. Nachdem ich nur ein einfacher Techniker bin, bitte ich um Aufklärung.
markusk (Gast) - 9. Sep, 11:37

habs ganz vergessen

der Keynesianismus.

Das Geschichtsbewußtsein hat großen Einfluss auf Denken und Handeln der Menschen. Welche Verantwortung für Historiker, die dieses Bewusstsein formen! Sie können ihre Aufgabe darin sehen, die geschichtlichen Prozesse zu zeigen, die Siege und Niederlagen der ökonomisch, politisch und rechtlich Unterdrückten zu verfolgen und den Kampf der Völker für Humanität, Freiheit und gesellschaftliche Veränderungen wahrheitsgetreu überliefern.
(Vorwort: Deutsche Geschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Joachim Streisand)

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