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Kinder, Küche, Kirchhof

image_kirchhof

Nein, nein, wenn Gerhard Schröder, Paul Kirchhof den Heidelberger Professor nennt, sie sind nicht alle so in der Universitätsstadt Heidelberg. Aber wundern muss man sich schon, z.B. über das Interview in der Passauer Neuen Presse, in der eine Sekretärin mit einem Jahresgehalt von 40.000 Euro (!?!) noch 4.000 Euro Steuern bezahlt. Stimmt nicht sagt ein Unions-Fraktionsvize, es sind 6750 Euro, nein stimmt doch, sagt ein Mitarbeiter Kirchhofs, handelt es sich doch um eine Sekretärin mit 1,3 Kindern, die zu einem gewissen Prozentsatz verheiratet sei. Nun, das müsste doch hinzukriegen sein, zu einem gewissen Prozentsatz verheiratet sein, oder fast unverheiratet, was aber wenn man zu einem relativ zweistelligen Prozentsatz geschieden ist? Ganz nebenbei ist Paul Kirchhof ja auch dabei, unser Rentensystem auf Kapitaldeckung umzustellen, wieder ein neues theoretisch angelegtes Modell, in Anlehnung an die KFZ-Haftpflichtversicherung, da bin ich für unfallfreies Fahren wenigstens schon ziemlich weit unten in der Rabattstaffel. Zweifellos bereichert Paul Kirchhof mit seinen vielfältigen Überlegungen den Unterhaltungswert des Unionswahlkampfes, jedoch beschleicht mich die Erkenntnis, dass ein "Modellbauer" nicht ohne weiteres praxistauglich ist.
TC Stahl - 1. Sep, 13:15

Besser Modele als garnichts

Herr Kirchhof hat wenigstens Ideen und Lösungsansätze. Etwas, was man vom Rest der Politik nicht gerade behaupten kann. Hoffentlich wird dieser frische Wind - obwohl er so frisch gar nicht ist, man spürt ihn nur endlich mal - im Stakkato politischer Beziehungsgeflechte nicht zum lauen Lüftchen.

gregorio - 1. Sep, 14:25

Bescheuerte Modelle kann man am laufenden Band produzieren, dazu gehört echt nicht viel.
Nickelklaus - 1. Sep, 17:59

Der Ablehnungsreflex bei vollen Hosen

Und nun wollen wir mal den berühmten abseits stehenden Oswald Metzger, der pragmatische Grüne, zu Worte kommen lassen im letzten Focus-Blogg:


" 1 September. 2005, 11:11 Uhr | Kategorie: Allgemeines Die Grünen und Paul Kirchhof

Nach meinen Erfahrungen sind Grüne Wählerinnen und Wähler häufig Leute, die nicht schlecht verdienen.
Nach allen empirischen Erhebungen wissen wir, dass unsere Wählerschaft die am besten ausgebildete aller Parteien ist. Und eine gute Ausbildung bedeutet in aller Regel auch eine ordentliche bürgerliche Existenz in unserer Gesellschaft.
Deshalb verwundert es mich nicht, dass in Grünen Wählerkreisen das Steuermodell von Paul Kirchhof mit seinen Eckpunkten Abschaffung aller Ausnahmetatbestände und dafür einer Flat-Tax von 25% auf erhebliche Sympathie stößt.
Ich merke das seit Jahren bei meinen Vortragsveranstaltungen und ich spüre es auch jetzt im Wahlkampf - ob an den Haustüren, an Infoständen oder bei den Abendveranstaltungen.
Und diesen persönlichen Eindruck bestätigt auch eine kleine repräsentative Umfrage im Auftrag des FOCUS-Magazins, die in der aktuellen Ausgabe zu lesen ist.

Eine Mehrheit von rund 55% aller Befragten finden es richtig, für ein radikal verändertes Steuersystem mit niedrigen Steuersätzen auf Abschreibungsmöglichkeiten zu verzichten. Während bei SPD- und Linkspartei-Anhängern die Zustimmung mit 46% am niedrigsten ist, stimmen 70% der CDU- und FDP-Anhänger einer solchen Steuerkonzeption zu. Bei Grünen-Anhängern ist die Zustimmung mit 78% am höchsten.

Deshalb finde ich es gut, dass meine Parteikollegin Christine Scheel, Vorsitzende des Bundestags-Finanzausschusses, Prof. Kirchhof heute in einem offenen Brief dazu auffordert, seine Berechnungen zur Abschaffung der 418 Ausnahmetatbestände offenzulegen, um in eine Sachdebatte über sein Modell einzusteigen.
Diese Position von Frau Scheel, die dem Diskurs von Konzepten dient, ist mir weit sympathischer, als der schrille Ablehnungsreflex der vergangenen zwei Wochen, der bei Grünen Wählern darüber hinaus keineswegs sonderlich goutiert wird

http://blog.focus.msn.de/metzger/archives/56
"
----------------------------
Mein Kommentar dazu:
Obwohl die meisten Wähler das vereinfachte Steuersystem von Kirchhof mit Freuden begrüßen würden, haben sich die linken Politiker dieses Programm herausgesucht, um in einem "Ablehnungsreflex" (Diese Bezeichnung sagt alles über die Linksparteien. Bitte auf der Zunge zergehen lassen)) dagegen Stimmung zu machen. Aber hier zeigt sich ganz klar, wahltaktisches Verhalten der großen Angst.
Man hat ja sonst nichts, was man bekämpfen kann. Es sei denn dasjenige, worüber ein gewisses Maß an Unkenntnis des Wählers vorliegt. Hier kann man sich so richtig mit unwahren Behauptungen austoben.
Je döller draufhauen, um so eindrucksvoller, können nur Politiker agieren, die nicht nur die Hosen gestrichen voll haben ob ihres eigenen Versagens, abgestraft zu werden, sondern auch noch das Blättchen wenden wollen mit unwahren Aussagen über Kirchhofs Modell.

Der Oswald Metzger durschaut das Spielchen ungeachtet seiner Parteienzugehörigkeit.
Gerade, weil er seine Partei wegen nonkonformer Feststellungen nicht verlässt, wirkt er mit seinen Aussagen um so glaubwürdiger.
Und auch das noch: 78% der Wähler für Grün finden das Kirchhofmodell zustimmenswert.
Wenn das nicht ein Angebot ist???
---------------------------------
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http://nickelklaus.twoday.net/stories/944150/

claus.wichmann - 1. Sep, 19:51

Aber bitte keine flatrate in Denken...

..dann sollte man mal bei der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft nachfragen, ob und wieviel Honorar Herr Metzger bezieht. Meiner Kenntnis nach war er so freundlich es auf Phoenix mitzuteilen. Schöne Unabhängigkeit und so unabhängig aufrecht!

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Trackbacks zu diesem Beitrag

Wahlen - 31. Aug, 20:59

Verheimlicht Kirchhof die Weltformel?

Paul Kirchhof springt auf den 49er-Zug... [weiter]
nickelklaus.twoday.net - 1. Sep, 18:04

Soll Kirchhof amputiert und weichgekocht werden?

Und nun wollen wir mal den ber [weiter]
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