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Opposition als Selbstzweck?

Ein eher konservativer Publizist hat schon in den 50er Jahren festgestellt: Meinungsfreiheit ist die Freiheit von ein paar reichen Leuten, frei ihre Meinung zu sagen. An dieses harte Urteil muss ich jetzt häufiger denken. Vergessen scheint die Tatsache, dass Meinungs- und Informationsfreiheit die zwei Seiten derselben Medaille sind und die Informationsmöglichkeit die Voraussetzung für Meinungsbildung ist und deshalb Presse, Funk und Fernsehen eine besondere Verantwortung tragen.

Das haben viele, die sich Journalisten nennen, offenbar vergessen. Oder kann jemand beweisen, dass wir etwa über alternative Wirtschaftskonzepte ausreichend informiert werden, die vom Hauptstrom der neoliberalen Wirtschaftsideologie abweichen? Stattdessen wird nun seit Wochen – begleitet vom zunehmenden Umfrageterror – eingehämmert ROTGRÜN sei gescheitert, am Ende, ein Auslaufmodell. In diesem Lamento unterscheiden sich TAZ und FAZ, ZDF und SAT1 nur in Nuancen. Von den Springer-Blättern erwartet man nichts anderes.

So ist zu befürchten, dass der Wille des zerstörerischen Neoliberalismus demnächst endgültig vollstreckt werden soll. Jener dubiose Unternehmerverein mit dem Namen Neue soziale Marktwirtschaft scheint auf ganzer Front zu siegen: weg mit dem Sozialklimbim und allen demokratischen Girlanden. Mit Kirchhof haben sie schon mal einen ihrer Botschafter im „Kompetenzteam“ der Union untergebracht. Nicht Vorfahrt für Arbeit lautet in Wahrheit die Parole, sondern Vorfahrt für die Marktradikalen in der Wirtschaft.

Und was macht das liebe Wahlvolk? Am 24. August meldete dpa: „Von einer Regierungsübernahme durch die Union erwartet die Bevölkerung vor allem Belastungen durch Steuererhöhungen und die Einschränkung von Arbeitnehmerrechten und Krankenkassenleistungen.“ Die uns in immer schnellerer Folge belästigenden Umfragen behaupten derzeit jedenfalls, dass diese höchst negative Erwartung auch noch gewählt wird.

Auf der Fahrt zu einer Veranstaltung ins Ruhrgebiet stellte mir ein Zugbegleiter die scheinbar einfache Frage, wie es käme, dass sich all jene, die von Schröder den eigenen kleinen Finger verletzt sehen, nun ausgerechnet die wählen wollen, die gleich die ganze Hand abhacken. Etwas hilflos habe ich mich nur mit einem Hinweis auf die PISA-Studie gerettet.

Denn wer nicht mehr in der Lage ist, die eigenen Interessen wahrzunehmen, handelt zumindest politisch dumm. Ähnliches gilt für die Gewerkschaften. Verärgert über Maßnahmen von ROTGRÜN schweigen sie weitgehend gegenüber denen, die sie erklärtermaßen auf Null bringen wollen.

Ach ja, da gibt es ja noch die Linkspartei, mal mit, mal ohne Zusatz PDS. Eine Truppe, die auf jeden Fall in der Opposition bleiben will. Das gefällt so manchem Linken am besten: ohne direkt in der politischen Verantwortung zu sein mal wieder so richtig auf die Pauke hauen, während die anderen mit Unterstützung der Medien ihre Grausamkeiten ungestört umsetzen.

Zu Beginn der Kohl-Zeit hat Herbert Wehner eine Oppositionszeit von 12 Jahren vorausgesagt. Daraus wurden dann 16. Wieviel darfs denn diesmal sein?
Sven Wallmann (Gast) - 29. Aug, 09:57

SPD will Villen wegnehmen

Mein Gott, Klaus,
was soll denn das Geweine? Noch steht nicht fest, dass es für eine schwarz-gelbe Mehrheit reicht. Aber Deine "Aktion für mehr Demokratie" sollte sich freuen, wenn es zu einem Wechsel kommt. Regierungswechsel gehören zur Demokratie. Und "mehr" Demokratie kann doch nicht nur "Sozial-"Demokratie bedeuten.

hazy (Gast) - 29. Aug, 11:03

Unerwartete Einsichten durch bayerische Flut

Nach den von Stoiber verwendeten offiziellen Angaben betragen die jährlichen Transferzahlungen von West nach Ost "120-130 Mrd Euro". In Wahrheit liegen sie wesentlich höher, weil zahlreiche Begünstigungen verdeckt vorgenommen werden, z.B. im Risikostrukturausgleich; die tatsächliche Summe dürfte bei 150-200 Mrd liegen. Rechnen wir aber nur die offiziellen Angaben auf den Transfer pro Tag herunter, kommen wir auf rund 330 Mio Euro. Das bayerische Hochwasser wird auf 1 Mrd Euro Kosten geschätzt. Das entpricht also DREI Tagen West-/Osttransfer.
Und dafür bekommen wir ein blitzblank hausgeputztes Bayern! Das Geld ist also nützlich angelegt, während es im Osten als lebensverlängernde Maßnahme des längst gescheiterten Aufbaus Ost a fonds perdu weg ist. Die Flut war also für uns alle guter Deal.

Diese Berechnung zeigt den ganzen Aberwitz der rot-grünen Wirtschaftspolitik. Ihr Jungen, laßt Euch (ich zitiere meinen Landesvater) nicht verarschen von den Bänkelsängern aus der 68er Serie. IHR müßt das ausbaden, nicht die.
Empfehlenswerte Lektüre als Realitäts-Check: Peter Hahne "Schluß mit lustig - das Ende der Spaßgesellschaft".

markusk (Gast) - 29. Aug, 12:03

Steuergeldverschwendung: Finanzielle Inkontinenz

Steuergeldverschwendung zeigt sich mit den verschiedensten Gesichtern. Da geht es um Fehlplanungen und Kostenexplosionen, Prunk und Protz, Mängel im Beschaffungswesen, Reisen und Empfänge auf Steuerzahlerkosten, unangemessene Spendierfreudigkeit von Politikern, aber auch um Gedanken- und Planlosigkeit beim Umgang mit den Steuern der Bürger. Und schließlich führen auch die Auswüchse der Staatsbürokratie nicht selten zu einer massiven Fehlleitung öffentlicher Mittel.
Das Geld anderer Leute gibt sich wesentlich leichter aus als das eigene. Das System der kollektiven Unverantwortlichkeit regiert nach wie vor in vielen Behörden. Jeder verlässt sich auf den anderen, der den Vorgang ja auch abgezeichnet hat und ihn kritisch unter die Lupe hätte nehmen können. Staatsdiener und Politiker schweben aber, wenn sie Steuergeld ausgeben, nicht über unserem Rechtssystem, wie es auch in allen anderen Lebensbereichen gilt. Für sie muss gleiches Recht wie für alle anderen auch gelten. Wer etwa Steuern, die er dem Gemeinwesen schuldet, hinterzieht, wird mit harten Sanktionen bedroht. Wenn der Staat von seinen Bürgern Steuermoral fordert, ist er ihnen Ausgabenmoral schuldig. (Quelle Bund der Steuerzahler: Wege aus der Misere)

Das erscheint mir überparteiisch und spaltet nicht, denn diese Verschwendungssucht, so denke ich, ist ein gesamtdeutsches Problem.
werner (Gast) - 29. Aug, 12:06

Katastrophen-Dreisatz

1 Tag West-/Ost-Entwicklungshilfe kostet 330 Mio Euro pro Tag-
Die jüngste bayerische Flut kostet 1 Milliarde Euro -
Das entspricht DREI TAGEN West/Osttransfer. -

Umgerechnet verkraftet die deutsche Wirtschaft also 120 "bayerische Fluten" pro Jahr -
Und das seit 15 Jahren -
Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Und ihr glaubt den 68ern, daß das funktionieren kann?
Robert Z. (Gast) - 29. Aug, 13:52

Die Buzzword-Maschinen

"marktradikal", "neoliberal", "unsozial",...

Diese Buzzwords gehen mir - genau wie die absurde Personalisierung a'la TV-Duell - auf den Zeiger!

Wieso werden von den Journalisten nicht mal die Konzepte analysiert?

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NRWSPD Blog - 29. Aug, 11:29

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