Christian Hochhuth (iDemokratie.de) Mathias Fischer (iDemokratie.de) Britta Schemel (iDemokratie.de) Olaf Nitz (iDemokratie.de) Prof. Klaus Staeck (Aktion für mehr Demokratie) Dr. Christoph Bieber (ZMI) Dr. Jan Schmidt (Universität Bamberg) Mario Münster (Johanssen + Kretschmer)    
  Hans-Joachim Otto (FDP) Katja Husen (Bündnis 90/Die Grünen) Ulrich Kelber (SPD) Claus Wichmann (SPD) Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) Bernd Schmidbauer (CDU) Marcus Weinberg (CDU) wahlblogger gesucht    

Aus Politik und Zeitgeschichte

"Die Regierung Schröder ist nicht gescheitert, weil sie für ein konsistentes, zukunfstweisendes und richtiges Programm kein Vertrauen mehr einwerben konnte, sondern weil sie über sieben Jahre hinweg in den entscheidenden Handlungsfeldern nicht fähig war, das Richtige und Notwendige zu tun"

Zu diesem Befund kommt Hans-Jörg Hennecke in der aktuellen Ausgabe der "Aus Politik und Zeitgeschichte" (S.21). Diese setzt sich kritisch mit sieben Jahren Rot-Grün auseinander. Sie analysiert das Wirken der Bundesregierung in verschiedenen Politikbereichen, hinterfragt dabei aber auch die Einflüsse aller Parteien auf die Politik. Außerdem blickt sie auf die Möglichkeiten und Chancen für die Parteien nach der Wahl und eine zukünftigen Bundesregierung.

Ich möchte jedem politisch interessierten Leser empfehlen, dort mal hineinzulesen. Die Zeitschrift wird von der Bundeszentrale für politische Bildung herausgegeben und steht daher nicht im Verdacht, einseitig oder parteiisch zu sein.

Meine Wahrnehmung war dennoch, daß die Bewertung von Rot-Grün objektiv sehr negativ ausgefallen ist und nicht wenige der Beiträge ein eindeutiges Signal im Hinblick auf die Wahl setzen: "Jede neue Bundesregierung wird vor der Aufgabe stehen, den zuletzt ins Stocken geratenen Reformprozeß wieder in Gang zu setzen und zu intensivieren; das Herumdoktern an einzelnen Symptomen reicht nicht mehr aus". Dieses Fazit ziehen Michael Hüther und Benjamin Scharnagel in derselben Publikation (S.29). Sind Sie der gleichen Ansicht?

Ihr
Hans-Joachim Otto

gregorio - 19. Aug, 17:13

Die Bewertung von Rot-Grün ist in der Tat teilweise sehr kritisch ausgefallen, - wobei die Qualität der Artikel auch nicht einheitlich auf hohem Niveau ist (Tiefpunkt ist zweifelsohne Christian Hackes unwissenschaftliche Thesensammlung).

Hans-Jörg Henneckes Kritik ist in sich stimmig und m.E. berechtigt, seine Schlussfolgerungen sind am Ende allerdings etwas wacklig oder zumindest etwas stark durch seine eigene politische Position gefärbt.

Ein eindeutiges Signal kann ich nicht wirklich entdecken, das liegt natürlich daran, dass sich die Artikel (mit Ausnahme des Schlusses von dem Hans-Jörg Henneckes, den er sich und der Welt allerdings auch hätte ersparen können) nicht zwischen verschieden politischen Alternativen vergleichen. Darüberhinaus ist die Ansicht verbreitet, dass es nicht die Wahl zwischen dem richtigen und dem falschen Weg, sondern die zwischen des großen und des noch größeren Übels ist - und da fällt es einer einseitigen Kritik natürlich schwer Signale zu setzen.

Insgesamt sind die Artikel lesbar (mit Ausnahme von Christian Hacke), man sollte aber keinen großen Erkenntnisgewinn erwarten.

markusk (Gast) - 19. Aug, 19:54

Aus Politik und Zeitgeschichte mal ganz anders

Die Reformvorhaben der FDP sind in der Tat die Mutigsten und keine andere Partei bringt das auch so klar und deutlich zum Ausdruck. Nun kann man sich allersdings über den Weg zum Ziel streiten. Meiner Meinung nach unterscheiden sich CDU/CSU und FDP von SPD/Grüne nur in der Geschwindigkeit die Reformen voranzutreiben. Beide Prinzipien versuchen der Wirtschaft durch Senkungen (z.B. bei Lohnnebenkosten im Arbeitgeberanteil, die man dann dem Arbeitnehmer durch höhere Zuzahlungen wieder aufs Auge drückt) oder durch Steuergeschenke der Wirtschaft (die dann meist auch nur der Großindustrie dienlich sind)Wachstumsimpulse zu setzen. Was bis jetzt nicht von Erfolg gekrönt war und genau deswegen wird eine sachliche Auseinandersetzung mit der Linkspartei tunlichst vermieden. Und die neue Koalition aus CDU/CSU und FDP, davon gehe ich aus, verschenkt noch mehr.
Sie als FDP möchten definitiv an der Tarifautonomie Hand anlegen, geben es aber in Zeiten des Wahlkampfes nur indirekt zu, weil sie den Linksruck der Gewerkschaften befürchten, welchen sie ca. 4 Wochen vor der Wahl nicht mehr brauchen können. 

Denjenigen, die als letztes die Gehalts- und Lohnempfänger vertreten, wirft man eine rückwärtsgewandte Politik vor. Die Frage ist doch, wer betreibt hier rückwärtsgewandte Politik.
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/dokumentation/?cnt=706602

markusk (Gast) - 19. Aug, 20:03

Ergänzung

Der obere Satz:
Sie als FDP möchten definitiv an der Tarifautonomie Hand anlegen, geben das aber nur indirekt zu, weil Sie den Linksruck der Gewerkschaften befürchten und genau diesen 4 Wochen vor den Wahlen nicht mehr brauchen können.

Sorry habe beim präformatierten Text vergessen die Breite anzugeben. Hab es noch lange nicht mehr gemacht, HTML ist halt auch schon out!

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