Für mich ist die persönliche Integrität der Politiker wichtig. Die Wege zum übergeordneten Ziel der Nachhaltigkeit können so wenig eindeutig und so verschlungen sein, daß Parteiprogramme allein keine ausreichende Vorgabe darstellen können. Nehmen wir einmal Stoiber: Früh geheiratet, Doppelhaushälfte (in welcher das Ehepaar heute noch wohnt), Kinder (alle was geworden), jetzt Enkel. Nach meinen Wertevorstellungen ein gelungenes Beispiel für Nachhaltigkeit. Was die gelebte Glaubwürdigkeit zählt, muß letztlich jeder Wähler für sich selber entscheiden.
Zurück zur Sachebene an zwei konkreten Beispielen.
Afghanistan: Bei dem Spagat, einerseits den barbarischen Taliban entgegenzutreten und andererseits sich beim Waschen nicht naß zu machen, kommt als Ergebnis heraus, daß unsere Bundeswehr den Mohnanbau überwacht. Vergleichbar dem klassischen Londoner Bobby soll ihre Mission die Afghanen davon abhalten sich gegenseitig umzubringen, sie ansonsten aber unbehelligt lassen. Afghanistan ist jetzt wohl der größte Drogenlieferant - auch eine Form des "kontrollierten Anbaus". Gut gemeint - zweifelsohne, aber gut gemacht?
Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie:
In Frankfurt als Sitz der früheren IG Farben, später Farbwerke Hoechst kann sich gewiß jeder an die Glanzzeit der deutschen Pharmaindustrie erinnern, die sich noch vor 30 Jahren zu Recht als die "Apotheke der Welt" sah. Deutschland war unumstrittener Weltmarktführer in einem großen und zukunftsträchtigen Markt. Zu dem Niedergang hat unser Joschka in einer entscheidenden Phase nicht unwesentlich beigetragen. Hier die wahre Geschichte: Als er 1985 hessischer Minister geworden war, hatten die Manager von Hoechst in einer Mischung von Arroganz und Dummheit eine Genanlage gebaut, die sie dem Minister für Umwelt und Energie sozusagen wie ein Schwarzbau nachträglich zur Genehmigung vorlegten. Er lehnte unter Verweis auf die (eindeutige) Rechtslage ab.
Darauf verlegte Hoechst diese Forschungsaktivitäten nach Massachussetts, wo ein Forschungscluster entstand.
Als sich immer mehr zeigte, daß die Farbwerke Hoechst allein nicht überlebensfähig waren, gingen sie im ersten Schritt mit einem französischen Unternehmen zur neuen Aventis mit Sitz in Straßburg zusammen. In Schritt 2 wurde Aventis vom französischen Pharmakonzern Sanofi geschluckt, und die Unternehmensentscheidungen fallen nicht mehr in Deutschland. Ob Hoechst auf Dauer als Fertigungsstandort im globalen Wettbewerb bestehen kann, erscheint mir zweifelhaft.
Wovon wollen wir auf Dauer leben? Der gegenwärtige (Noch-)Wohlstand wird dadurch aufrechterhalten, daß wir in großem Umfang Schulden machen (die natürlich irgendwann beglichen werden müssen) und die Infrastruktur im weiteren Sinne vernachlässigen. Damit meine ich nicht also nur die Straßen (wir haben inzwischen ja die DDR-Schlaglöcher) sondern Kindergärten, das gesamte Ausbildungswesen usw. Inzwischen sind wohl 20% der Jugendlichen eines Jahrganges nicht mehr in der Lage, den Anforderungen einer Lehrstelle zu genügen. Man braucht bloß in die Frankfurter Innenstadtschulen zu gehen (Gallusviertel usw.): Dort wird allein wegen der Sprachprobleme nicht mehr gelehrt sondern nur noch verwahrt. Für mich läuft das unter der Rubrik Verwahrlosung.
Mit diesen zwei Beispielen möchte ich aufzeigen, daß selbst "gut gemeint" noch lange nicht "gut gemacht" bedeutet. Es braucht Leute von charakterlichem Format und Professionalität, statt "Avanti Dillettanti" - s.o.
Integrität und Professionalität
Für mich ist die persönliche Integrität der Politiker wichtig. Die Wege zum übergeordneten Ziel der Nachhaltigkeit können so wenig eindeutig und so verschlungen sein, daß Parteiprogramme allein keine ausreichende Vorgabe darstellen können. Nehmen wir einmal Stoiber: Früh geheiratet, Doppelhaushälfte (in welcher das Ehepaar heute noch wohnt), Kinder (alle was geworden), jetzt Enkel. Nach meinen Wertevorstellungen ein gelungenes Beispiel für Nachhaltigkeit. Was die gelebte Glaubwürdigkeit zählt, muß letztlich jeder Wähler für sich selber entscheiden.
Zurück zur Sachebene an zwei konkreten Beispielen.
Afghanistan: Bei dem Spagat, einerseits den barbarischen Taliban entgegenzutreten und andererseits sich beim Waschen nicht naß zu machen, kommt als Ergebnis heraus, daß unsere Bundeswehr den Mohnanbau überwacht. Vergleichbar dem klassischen Londoner Bobby soll ihre Mission die Afghanen davon abhalten sich gegenseitig umzubringen, sie ansonsten aber unbehelligt lassen. Afghanistan ist jetzt wohl der größte Drogenlieferant - auch eine Form des "kontrollierten Anbaus". Gut gemeint - zweifelsohne, aber gut gemacht?
Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie:
In Frankfurt als Sitz der früheren IG Farben, später Farbwerke Hoechst kann sich gewiß jeder an die Glanzzeit der deutschen Pharmaindustrie erinnern, die sich noch vor 30 Jahren zu Recht als die "Apotheke der Welt" sah. Deutschland war unumstrittener Weltmarktführer in einem großen und zukunftsträchtigen Markt. Zu dem Niedergang hat unser Joschka in einer entscheidenden Phase nicht unwesentlich beigetragen. Hier die wahre Geschichte: Als er 1985 hessischer Minister geworden war, hatten die Manager von Hoechst in einer Mischung von Arroganz und Dummheit eine Genanlage gebaut, die sie dem Minister für Umwelt und Energie sozusagen wie ein Schwarzbau nachträglich zur Genehmigung vorlegten. Er lehnte unter Verweis auf die (eindeutige) Rechtslage ab.
Darauf verlegte Hoechst diese Forschungsaktivitäten nach Massachussetts, wo ein Forschungscluster entstand.
Als sich immer mehr zeigte, daß die Farbwerke Hoechst allein nicht überlebensfähig waren, gingen sie im ersten Schritt mit einem französischen Unternehmen zur neuen Aventis mit Sitz in Straßburg zusammen. In Schritt 2 wurde Aventis vom französischen Pharmakonzern Sanofi geschluckt, und die Unternehmensentscheidungen fallen nicht mehr in Deutschland. Ob Hoechst auf Dauer als Fertigungsstandort im globalen Wettbewerb bestehen kann, erscheint mir zweifelhaft.
Wovon wollen wir auf Dauer leben? Der gegenwärtige (Noch-)Wohlstand wird dadurch aufrechterhalten, daß wir in großem Umfang Schulden machen (die natürlich irgendwann beglichen werden müssen) und die Infrastruktur im weiteren Sinne vernachlässigen. Damit meine ich nicht also nur die Straßen (wir haben inzwischen ja die DDR-Schlaglöcher) sondern Kindergärten, das gesamte Ausbildungswesen usw. Inzwischen sind wohl 20% der Jugendlichen eines Jahrganges nicht mehr in der Lage, den Anforderungen einer Lehrstelle zu genügen. Man braucht bloß in die Frankfurter Innenstadtschulen zu gehen (Gallusviertel usw.): Dort wird allein wegen der Sprachprobleme nicht mehr gelehrt sondern nur noch verwahrt. Für mich läuft das unter der Rubrik Verwahrlosung.
Mit diesen zwei Beispielen möchte ich aufzeigen, daß selbst "gut gemeint" noch lange nicht "gut gemacht" bedeutet. Es braucht Leute von charakterlichem Format und Professionalität, statt "Avanti Dillettanti" - s.o.