Vielleicht habe ich hier ein Verständnisproblem, aber wie hängt der Preis für Öl von Kohle- und Atomstrom ab?
Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen. Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?
Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?
gregorio - 19. Aug, 00:09
Es ist zu erwarten, dass Ölpreis und Kohlepreis sich grundsätzlich ähnlich entwickeln wenn die Rohstoffe immer knapper werden, insofern ist es klug sich schon heute Gedanken zu machen, wie man sich von beidem unabhängig macht (Gaskraftwerke sind da natürlich keine Lösung und bei regenerativen Energieträgern muss man zumindest etwas Vorsicht walten lassen).
Wasserstofftechnologie ist noch nicht marktreif und wird auch wenn sie Marktreife erreicht keinen Strom produzieren, sondern nur Energie speichern und transportieren können.
Wie ich meine Grünen kenne, verdammen sie alle, die noch auf Atomkraft setzen. Realistisch muss man allerdings sagen, dass Atomkraft einige Vorteile gegenüber der Verbrennung fossiler Brennstoffe hat. Zum einen kann sie für Jahrhunderte die Energieversorgung sichern, zum anderen sind die Gefahren von Atomkraft sehr gut einzuschätzen: Im Gegensatz zur Klimaveränderung, deren Folgen die ganze Welt, und möglicherweise für Jahrtausende, betreffen, sind die folgen eines Reaktorunfalls viel stärker lokalisiert. Wenn ein deutscher Reaktor (und bei den heute laufenden Reaktoren ist das durchaus im Bereich des Möglichen) schmilzt und das Reaktorschutzgebäude versagt sind schlimmstenfalls 100.000km² (also gut ein Drittel der deutschen Staatsfläche) in Westeuropa so verstrahlt, dass da für 1000 Jahre niemand mehr leben kann und 100.000 Menschen sterben. Das wäre natürlich schade für die Europäer aber in Afrika gibt es deshalb keine Naturkatastrophen. Insofern bin ich, als Grüner, absolut für die Atomkraft. Daneben weiß ich auch, dass man Reaktoren bauen könnte, die im Gegensatz zu den deutschen DWRs/SWRs nicht schmelzen. Dreck machen die natürlich trotzdem, aber es wäre dann unser eigener Dreck und auch 'nur' unser eigenes Problem. (Außerdem kann man tiefe Löcher buddeln.)
/Vielleicht habe ich hier ein Verständnisproblem, aber wie hängt der Preis für Öl von Kohle- und Atomstrom ab?/
Das muss ein Missverständnis sein...hier gibt es tatsächlich keinen direkten Zusammenhang.
/Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?/
Eine Renaissance der Atomkraft sehen wir ehrlich gesagt noch nicht: Derzeit wird in Kohle, Gas und Erneuerbare Energien weltweit wesentlich mehr als in Atom investiert. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet bis 2030 sogar eine Halbierung der Marktanteile vom Atomstrom (im insgesamt wachsenden Markt). Es gibt in den westlichen Industriestaaten bisher auch nur eine einzige Neubauentscheidung - die in Finnland, wegen der die Grünen dort zu Recht die Regierung verlassen haben. In Frankreich ist der Staatskonzern EdF bisher nicht über eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen AKW hinausgekommen. In den USA wurde seit 30 Jahren kein Meiler bestellt, in Deutschland seit 22 Jahren nicht mehr, ebenso in Großbritannien und Holland. Kein EU-Land, das bisher auf Atomkraftwerke verzichtet hat (etwa Italien, Dänemark, Österreich, Polen), plant ernsthaft den Einstieg. Belgien und Schweden wollen aussteigen wie Deutschland, ähnliches plant die neue spanische Regierung. Auch nach der EU-Erweiterung verzichtet die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten auf die Atomenergie.Derzeit planen eigentlich nur asiatische Länder neue AKW. Das werden wir sicherlich nicht verhindern können. Aber wir werden uns zumindest auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass die Subventionierung des Baus von Atomkraftwerken z.B. durch den EURATOM-Vertrag durch eine Förderung von Erneuerbaren Energien und anderen Klimaschutztechnologien ersetzt wird.
/Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen./
Schade, dass Sie nicht verstehen wollen! Atomenergie hat nicht 2/3 sondern nur 1/3 Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland (weltweit nur 15 %)und wir werden kein Versorgungsproblem haben, wenn wir uns von diesem Drittel trennen.
/Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?/
Grundsätzlich positiv, solange der Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird. Allerdings ist die Entwicklung heute leider noch nicht ausgereift. Wir sehen hier aber ein wichtiges Potenzial für die Zukunft.
gregorio - 19. Aug, 19:42
Außerdem läuft in Marokko das Genehmigungsverfahren für eine nukleare Entsalzungsanlage, Ägypten hat bereits 2002 den Bau eines Reaktors angekündigt, in den USA gibt es im Moment heiße Diskussionen über neue Kraftwerke - 70% der Amerikaner sind (was bei Amerikanern nicht verwundern kann) für Atomkraft.
Die IAEA sagt 60 neue Kraftwerke in den nächsten 15 Jahren vorraus und in der Tat, insbesondere für Schwellenländer, die sich teureren Strom aus regenerativen Energien nicht leisten können, ist Atomkraft hochinteressant.
Der weltweite Anteil von Atomstrom soll nach der IAEA-Studie bis 2020 auf 17% steigen.
Nicht dass ich so ein Atomkraftfan wäre, ich finde nur die Haltung der meisten Grünen lächerlich. - Wir brauchen in Europa keine Atomkraft, wir sind reich.
Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen. Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?
Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?
Wasserstofftechnologie ist noch nicht marktreif und wird auch wenn sie Marktreife erreicht keinen Strom produzieren, sondern nur Energie speichern und transportieren können.
Wie ich meine Grünen kenne, verdammen sie alle, die noch auf Atomkraft setzen. Realistisch muss man allerdings sagen, dass Atomkraft einige Vorteile gegenüber der Verbrennung fossiler Brennstoffe hat. Zum einen kann sie für Jahrhunderte die Energieversorgung sichern, zum anderen sind die Gefahren von Atomkraft sehr gut einzuschätzen: Im Gegensatz zur Klimaveränderung, deren Folgen die ganze Welt, und möglicherweise für Jahrtausende, betreffen, sind die folgen eines Reaktorunfalls viel stärker lokalisiert. Wenn ein deutscher Reaktor (und bei den heute laufenden Reaktoren ist das durchaus im Bereich des Möglichen) schmilzt und das Reaktorschutzgebäude versagt sind schlimmstenfalls 100.000km² (also gut ein Drittel der deutschen Staatsfläche) in Westeuropa so verstrahlt, dass da für 1000 Jahre niemand mehr leben kann und 100.000 Menschen sterben. Das wäre natürlich schade für die Europäer aber in Afrika gibt es deshalb keine Naturkatastrophen. Insofern bin ich, als Grüner, absolut für die Atomkraft. Daneben weiß ich auch, dass man Reaktoren bauen könnte, die im Gegensatz zu den deutschen DWRs/SWRs nicht schmelzen. Dreck machen die natürlich trotzdem, aber es wäre dann unser eigener Dreck und auch 'nur' unser eigenes Problem. (Außerdem kann man tiefe Löcher buddeln.)
Das muss ein Missverständnis sein...hier gibt es tatsächlich keinen direkten Zusammenhang.
/Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?/
Eine Renaissance der Atomkraft sehen wir ehrlich gesagt noch nicht: Derzeit wird in Kohle, Gas und Erneuerbare Energien weltweit wesentlich mehr als in Atom investiert. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet bis 2030 sogar eine Halbierung der Marktanteile vom Atomstrom (im insgesamt wachsenden Markt). Es gibt in den westlichen Industriestaaten bisher auch nur eine einzige Neubauentscheidung - die in Finnland, wegen der die Grünen dort zu Recht die Regierung verlassen haben. In Frankreich ist der Staatskonzern EdF bisher nicht über eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen AKW hinausgekommen. In den USA wurde seit 30 Jahren kein Meiler bestellt, in Deutschland seit 22 Jahren nicht mehr, ebenso in Großbritannien und Holland. Kein EU-Land, das bisher auf Atomkraftwerke verzichtet hat (etwa Italien, Dänemark, Österreich, Polen), plant ernsthaft den Einstieg. Belgien und Schweden wollen aussteigen wie Deutschland, ähnliches plant die neue spanische Regierung. Auch nach der EU-Erweiterung verzichtet die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten auf die Atomenergie.Derzeit planen eigentlich nur asiatische Länder neue AKW. Das werden wir sicherlich nicht verhindern können. Aber wir werden uns zumindest auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass die Subventionierung des Baus von Atomkraftwerken z.B. durch den EURATOM-Vertrag durch eine Förderung von Erneuerbaren Energien und anderen Klimaschutztechnologien ersetzt wird.
/Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen./
Schade, dass Sie nicht verstehen wollen! Atomenergie hat nicht 2/3 sondern nur 1/3 Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland (weltweit nur 15 %)und wir werden kein Versorgungsproblem haben, wenn wir uns von diesem Drittel trennen.
/Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?/
Grundsätzlich positiv, solange der Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird. Allerdings ist die Entwicklung heute leider noch nicht ausgereift. Wir sehen hier aber ein wichtiges Potenzial für die Zukunft.
Die IAEA sagt 60 neue Kraftwerke in den nächsten 15 Jahren vorraus und in der Tat, insbesondere für Schwellenländer, die sich teureren Strom aus regenerativen Energien nicht leisten können, ist Atomkraft hochinteressant.
Der weltweite Anteil von Atomstrom soll nach der IAEA-Studie bis 2020 auf 17% steigen.
http://www.bellona.no/en/international/russia/npps/37581.html
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/3842637.stm
Nicht dass ich so ein Atomkraftfan wäre, ich finde nur die Haltung der meisten Grünen lächerlich. - Wir brauchen in Europa keine Atomkraft, wir sind reich.