Christian Hochhuth (iDemokratie.de) Mathias Fischer (iDemokratie.de) Britta Schemel (iDemokratie.de) Olaf Nitz (iDemokratie.de) Prof. Klaus Staeck (Aktion für mehr Demokratie) Dr. Christoph Bieber (ZMI) Dr. Jan Schmidt (Universität Bamberg) Mario Münster (Johanssen + Kretschmer)    
  Hans-Joachim Otto (FDP) Katja Husen (Bündnis 90/Die Grünen) Ulrich Kelber (SPD) Claus Wichmann (SPD) Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) Bernd Schmidbauer (CDU) Marcus Weinberg (CDU) wahlblogger gesucht    

Unterwegs zu frischen Energien mit Jürgen Trittin

Heute war Jürgen Trittin zu Gast in meinem Kreisverband in Hattersheim (Main-Taunus). Pünktlich zu seinem Besuch kam endlich die Sonne raus! Wie bestellt! Denn wir setzen auf frische Energie aus Sonne, Wind und Wasser statt auf Kohle und Atom. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schafft auch viele Arbeitsplätze. Denn wir brauchen innovative Technologien auf der Basis von Erneuerbaren Energien, damit die Wirtschaft nicht noch mehr Probleme durch den steigenden Öl-Preis bekommt. Besonders hellhörig wurden die Zuhörer, als Jürgen sie darauf aufmerksam macht, dass unter rot-grün das Atomkraftwerk Biblis (bei Darmstadt) in der nächsten Legislaturperiode abgeschaltet werden wird. Merkel wird hingegen dafür sorgen, dass der Schrottreaktor noch weiter strahlt. Zur Sicherheit hat sie gestern noch nicht mal jemanden fürs Thema Umwelt in ihr (In-)Kompetenzteam berufen. Das zeigt: auf starke Grüne kommt es an.
Sven Wallmann (Gast) - 17. Aug, 19:07

Frische Energie.

An meine Haut kommt nur Sonne, Wind und Wasser. Kein Atom! Keine Kohle! Kein Öl!
Ob das wirklich reicht, um Deutschland mit Energie zu versorgen?

anna.luehrmann - 18. Aug, 17:42

Frische Energie ist nachhaltige Energie!!!

Lieber Sven! Das ist eine berechtigte und wichtige Frage. Das Potenzial der Erneuerbaren Energien ist unendlich groß - man könnte technisch den Energiebedarf Deutschlands/der Erde mit Ihnen mehrfach decken. Man denke nur an das große Potenzial der Sonnenenergie. Es ist heute allein eine Frage der Kosten, die kurzfristig gesehen noch höher liegen als bei konventionellen Energieträgern, auch weil andere Energieträger z.T. hochsubventioniert (Kohle, Atom) sind bzw. deren externen Effekte (Umwelt-, Klimafolgekosten, Gesundheitskosten etc.) sich nicht in deren Preisen widerspiegeln. Langfristig zahlen sich die Investitionen in Erneuerbare Energien allerdings aus: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) stellt in seinem aktuellen Vierteljahresheft (2/2005) zum Beispiel fest, dass die ökonomischen Schäden durch extreme Wetterereignisse in den letzten 30 Jahren um den Faktor 15 zugenommen haben. Auch Versicherungen wie die Münchner Rück bekommen dies immer stärker zu spüren. Durch eine schnelle, aktive Klimaschutzpolitik und Erneuerbare Energien könnten bis zum Jahr 2050 in Deutschland gesamtwirtschaftliche Schäden in Höhe von bis zu 650 Milliarden € (weltweit von bis zu 200 Billionen $) vermieden werden.
Andi (Gast) - 18. Aug, 17:18

Vielleicht habe ich hier ein Verständnisproblem, aber wie hängt der Preis für Öl von Kohle- und Atomstrom ab?
Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen. Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?
Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?

gregorio - 19. Aug, 00:09

Es ist zu erwarten, dass Ölpreis und Kohlepreis sich grundsätzlich ähnlich entwickeln wenn die Rohstoffe immer knapper werden, insofern ist es klug sich schon heute Gedanken zu machen, wie man sich von beidem unabhängig macht (Gaskraftwerke sind da natürlich keine Lösung und bei regenerativen Energieträgern muss man zumindest etwas Vorsicht walten lassen).

Wasserstofftechnologie ist noch nicht marktreif und wird auch wenn sie Marktreife erreicht keinen Strom produzieren, sondern nur Energie speichern und transportieren können.

Wie ich meine Grünen kenne, verdammen sie alle, die noch auf Atomkraft setzen. Realistisch muss man allerdings sagen, dass Atomkraft einige Vorteile gegenüber der Verbrennung fossiler Brennstoffe hat. Zum einen kann sie für Jahrhunderte die Energieversorgung sichern, zum anderen sind die Gefahren von Atomkraft sehr gut einzuschätzen: Im Gegensatz zur Klimaveränderung, deren Folgen die ganze Welt, und möglicherweise für Jahrtausende, betreffen, sind die folgen eines Reaktorunfalls viel stärker lokalisiert. Wenn ein deutscher Reaktor (und bei den heute laufenden Reaktoren ist das durchaus im Bereich des Möglichen) schmilzt und das Reaktorschutzgebäude versagt sind schlimmstenfalls 100.000km² (also gut ein Drittel der deutschen Staatsfläche) in Westeuropa so verstrahlt, dass da für 1000 Jahre niemand mehr leben kann und 100.000 Menschen sterben. Das wäre natürlich schade für die Europäer aber in Afrika gibt es deshalb keine Naturkatastrophen. Insofern bin ich, als Grüner, absolut für die Atomkraft. Daneben weiß ich auch, dass man Reaktoren bauen könnte, die im Gegensatz zu den deutschen DWRs/SWRs nicht schmelzen. Dreck machen die natürlich trotzdem, aber es wäre dann unser eigener Dreck und auch 'nur' unser eigenes Problem. (Außerdem kann man tiefe Löcher buddeln.)
anna.luehrmann - 19. Aug, 18:11

/Vielleicht habe ich hier ein Verständnisproblem, aber wie hängt der Preis für Öl von Kohle- und Atomstrom ab?/
Das muss ein Missverständnis sein...hier gibt es tatsächlich keinen direkten Zusammenhang.

/Wie stehen die Grünen dazu, dass Atomkraft in anderen Ländern wieder im Kommen ist?/

Eine Renaissance der Atomkraft sehen wir ehrlich gesagt noch nicht: Derzeit wird in Kohle, Gas und Erneuerbare Energien weltweit wesentlich mehr als in Atom investiert. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet bis 2030 sogar eine Halbierung der Marktanteile vom Atomstrom (im insgesamt wachsenden Markt). Es gibt in den westlichen Industriestaaten bisher auch nur eine einzige Neubauentscheidung - die in Finnland, wegen der die Grünen dort zu Recht die Regierung verlassen haben. In Frankreich ist der Staatskonzern EdF bisher nicht über eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen AKW hinausgekommen. In den USA wurde seit 30 Jahren kein Meiler bestellt, in Deutschland seit 22 Jahren nicht mehr, ebenso in Großbritannien und Holland. Kein EU-Land, das bisher auf Atomkraftwerke verzichtet hat (etwa Italien, Dänemark, Österreich, Polen), plant ernsthaft den Einstieg. Belgien und Schweden wollen aussteigen wie Deutschland, ähnliches plant die neue spanische Regierung. Auch nach der EU-Erweiterung verzichtet die Mehrzahl der EU-Mitgliedsstaaten auf die Atomenergie.Derzeit planen eigentlich nur asiatische Länder neue AKW. Das werden wir sicherlich nicht verhindern können. Aber wir werden uns zumindest auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass die Subventionierung des Baus von Atomkraftwerken z.B. durch den EURATOM-Vertrag durch eine Förderung von Erneuerbaren Energien und anderen Klimaschutztechnologien ersetzt wird.

/Schade auch, dass wir dann keinen Strom mehr haben, wenn wir und von 2/3 unserer Stromversorgung trennen./

Schade, dass Sie nicht verstehen wollen! Atomenergie hat nicht 2/3 sondern nur 1/3 Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland (weltweit nur 15 %)und wir werden kein Versorgungsproblem haben, wenn wir uns von diesem Drittel trennen.


/Wie stehen die Grünen zur Wasserstofftechnologie?/
Grundsätzlich positiv, solange der Wasserstoff aus Erneuerbaren Energien gewonnen wird. Allerdings ist die Entwicklung heute leider noch nicht ausgereift. Wir sehen hier aber ein wichtiges Potenzial für die Zukunft.
gregorio - 19. Aug, 19:42

Außerdem läuft in Marokko das Genehmigungsverfahren für eine nukleare Entsalzungsanlage, Ägypten hat bereits 2002 den Bau eines Reaktors angekündigt, in den USA gibt es im Moment heiße Diskussionen über neue Kraftwerke - 70% der Amerikaner sind (was bei Amerikanern nicht verwundern kann) für Atomkraft.

Die IAEA sagt 60 neue Kraftwerke in den nächsten 15 Jahren vorraus und in der Tat, insbesondere für Schwellenländer, die sich teureren Strom aus regenerativen Energien nicht leisten können, ist Atomkraft hochinteressant.

Der weltweite Anteil von Atomstrom soll nach der IAEA-Studie bis 2020 auf 17% steigen.

http://www.bellona.no/en/international/russia/npps/37581.html
http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/3842637.stm

Nicht dass ich so ein Atomkraftfan wäre, ich finde nur die Haltung der meisten Grünen lächerlich. - Wir brauchen in Europa keine Atomkraft, wir sind reich.
hazy (Gast) - 18. Aug, 17:36

"Grüne Politik" - Anspruch und Wirklichkeit:

Unsere Ministerin Künast empfiehlt, deutsch einzukaufen. Abgesehen davon, daß das hoffentlich niemand außerhalb Deutschlands gehört hat (wir leben vom Export), Hand auf's Herz: Wer von Euch kauft konsequent im Bio-Laden ein? Ihr könnt Euch das leisten? Prima, nehmen wir unsere Ministerin beim Wort und schauen uns deutsche Autos an, echte deutsche. Also keinen VW Fox, der aus Brasilien kommt, weswegen Volkswagen ihn als typisch deutsche Qualität bewirbt (!). Wie ich hörte, wird Audi die Produktion des A2 deshalb einstellen, weil daran kein Geld verdient wird. Das echte deutsche Einstiegsauto ist also der A3. Hoffentlich könnt Ihr Euch den auch leisten. Alternativ käme z.B. ein Citroen 2CV Ente in Betracht - eine höchst angenehme Art der automobilen Fortbewegung - und erschwinglich.

Vielleicht nicht ganz das Richtige für unseren Umweltminister. Der alterniert zwischen Audi A8 und Phaeton als Dienstwagen. Jürgen Trittin muß viel herumreisen, um die Leute davon zu überzeugen, daß der Treibstoff teurer werden sollte (sog. Ökosteuer, die entgegen dem Namen überhaupt keine ist, sondern die Renten mitfinanziert) und die Leute nicht so große Autos kaufen sollen. Aber das erledigt sich mangels Kaufkraft allmählich von selbst.

Wo wir gerade bei den Grünen sind, nehmen wir unseren Joschka. Zunächst einmal hat er sich ja bei vielen Männern außerhalb der grünen Stammwählerschaft durch die Förderung der BILLIG-Prostitution beliebt gemacht. Es geht wohl nichts über ukrainische Halbsklavinnen, die von gewalttätigen Zuhältern aus Kiew hergebracht wurden. Näheres dazu bei Michael Friedmann, der allerdings laut Bunte inzwischen als glücklicher Familienvater einen gewissen Reifungsprozeß durchgemacht hat.
Persönlich macht unser Joschka es ja anders, indem er die jeweilige Partnerin (laufende Nummer 6?) immer dann austauscht, wenn sie älter als 28 Jahre wird. Hut ab, alter Charmeur!

Was allerdings unsere weibliche Wählerschaft an Politik und Gebaren so toll findet, habe ich noch nicht herausgefunden.

Mit der Bitte um sachkundige Nachhilfe - Anna? -wünsche ich einen schönen Abend aus dem sonnigen Pullach.

anna.luehrmann - 18. Aug, 23:09

Polemische Verdrehungen Teil I

1. Renate Künast hat sich in erster Linie für regionale Produkte eingesetzt. Und für Wahlfreiheit beim Kauf. Nicht damit wir uns missverstehen: Es macht durchaus Sinn, Produkte aus Vietnam, China oder Nicaragua zu kaufen. Noch mehr Sinn macht es, wenn es fair gehandelte Produkte sind. Es ist halt wichtig zu wissen, was man kauft und wie es produziert wird und was drin ist. Dafür steht Renate Künast. Dafür steht grüner Verbraucherschutz. Übrigens: Ich kenne auch einige Leute, die nicht so viel Geld haben und trotzdem darauf achten, dass sie möglichst regionale Bio-Produkte kaufen, weils gesünder ist und die Umwelt auch für folgende Generationen erhällt.
2. Jürgen Trittin setzt sich zurecht für Autos ein, die weniger Sprit verbrauchen. Denn das schon die Umwelt und ist darüber hinaus noch billiger. Würde mich freuen, wenn die deutsche Wirtschaft sich dem Engagement mal anschließen würde.
3. Die Vorwürfe gegen Joschka Fischer entbehren jeder sachlicher Grundlage. Ja, es hat unregelmäßigkeiten bei der Visa-Vergabe gegeben und ja, die wurden von ihm nicht früh genug abgestellt. Das ist schlimm aber von der Förderung von Prostitution kann keine Rede sein.
Andi (Gast) - 22. Aug, 15:35

Verdrehungen Teil II

@anna
2. Jürgen Trittin setzt sich zurecht für Autos ein, die weniger Sprit verbrauchen. Denn das schon die Umwelt und ist darüber hinaus noch billiger. Würde mich freuen, wenn die deutsche Wirtschaft sich dem Engagement mal anschließen würde.

Die folgende Beispiele gelten in der Autoindustrie (der ich angehöre) als mahnendes Beispiel, es endlich sein zu lassen, weil die KUNDEN, die 3l Autos haben wollen, sie sich nicht leisten können / wollen:
Audi A2, VW Lupo 3L, smart, Einstellung des 1l Wahnsinns von Prof. Piech durch Pischetsrieder.

Entweder eingestellt, weil Millionenverluste oder vom Konzern quersubventioniert.

Das "normale" Auto hat gesiegt!

Mit wieviel Hubraum fährt unser Umweltminister in seinem Audi/VW: 4,2l oder 6.0l??

Schrecklich, dieses ewige Scheinargument, "die Industrie tut nichts".
SIE TUT DAS WAS DER KUNDE WILL.
Deswegen geht's BMW gut und Smart nicht.
markusk (Gast) - 18. Aug, 21:51

Unterwegs mit Joschka und seinen Fischermens Friends

Es ist völlig legitim für seine Partei Werbung zu machen. Was aber auffällt: seit Bestehen der Linkspartei - diese will den Atomaustieg bis 2050 - setzt Ihr wieder stark auf Ökologie. Aber das macht die ÖDP auch und stützt im Wahlkampf die Familienpartei. Und was habt ihr bis jetzt erreicht? Hartz IV, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Ökosteuer (die CDU übernimmt diese), Waffenexporte, mehr Menschen ohne Krankenversicherung und eine gewaltige Zunahme der Armut in unserem Lande. Und jetzt die Verlegenheitsaktionen gegen die Linkspartei. Tja links ist halt nicht nur Döner essen, Rotbuschteetrinken und ein einsamer Avantgarde Tanz in der Disko. Den biertrinkenden Prolo an der Pommesbude habt Ihr total vergessen und kommt daher ganz schön ins schwitzen.

anna.luehrmann - 18. Aug, 22:47

grüne haben ne Menge erreicht und noch viel vor

den Vorwurf habe ich ja noch nie gehört, dass wir grüne "auf eimal" wieder so viel auf Ökologie setzen würden. Öko ist eben das Gründungsthema der grünen Partei und damit werden wir auch immer noch am meisten in Verbindung gebracht. für die meissten Grünen war das der Grund einzutreten, dass war auch bei mir vor sieben Jahren so, da s hat nix mit der Partei Des Saarländers zu tun. wir haben in den letzten sieben jahren ne ganze Menge erreicht. Das war vor allem im Öko und Verbraucherbereicht, wo wir eben auch die Minister stellen (Agrarwende, Atomausstieg, Ökosteuer, Boom von Erneuerbaren Energien...). In den anderen Bereichen ist es uns als kleinere Koalitionspartner zugegebenermaßen manchmal schwer gefallen gegen die SPD (und oft auch CDU im Bundesrat) durchzusetzen. Daher haben wir da noch ne ganze Menge vor: Nachbesserungen bei Harzt IV, solidarische Bürgerversicherung, Senkung der Lohnnebenkosten im Niedriglohnbereich, nachhaltige Haushaltspolitik u.v.m. Das alles zu schaffen wird ganz schön anstrengend, daher werden wir bei der Umsetzung auch ins schwitzen kommen. Aber das soll ja gesund sein.
gregorio (Gast) - 18. Aug, 23:26

Ich verstehe nicht, warum alle die Grünen für die Auslandseinsätze schelten

Ich fand die Auslandseinsätze allesamt noch vertretbar und ich sehe auch nicht unbedingt den Widerspruch zum Pazifismus.

Vom Atomausstieg halte ich persönlich nicht so viel wie die meisten meiner Parteifreunde, allerdings bin ich auch vom Fach und daher auch persönlich daran interessiert, dass es weiter Atomkraftwerke gibt.

Die Ökosteuer ist auch ja auch an sich nichts schlechtes, in vielen unserer Nachbarstaaten ist der Sprit genauso teuer und teurer, nur der Name ist vielleicht etwas euphemistisch.

Was ich den Grünen allerdings vorwerfe ist zum einen, dass sie massiv die Forschung in deutschen Kernforschungszentren (bsp. ITER-Bewerbung) behindern (wieder hauptsächlich, weil ich persönlich betroffen bin), die Studienkonten in NRW (dsgl.), die völlig indiskutable Haltung der Bundesregierung zum Thema Softwarepatente - und den Fischer-Jockel natürlich (aber er zieht halt immer noch Wählerstimmen).
markusk (Gast) - 19. Aug, 02:01

Ergänzung

Ihr habt bis auf Christian Ströbele, denke ich, alle für Hartz IV gestimmt:
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/865/53812/
Na dann bessert mal nach.

Zum Thema Rüstungsexport
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/export/graesslin3.html

Ablehnung des Afghanistaneinsatzes siehe Link:
Stellungnahme Wolgang Gehrcke
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/regionen/Afghanistan/un-truppe.html

Naja und es ist eben von mir eine ganz persönliche Empfindung, dass die Grünen in Zeiten dieses Wahlkampfes ökologische Schwerpunkte betonen.
gregorio - 19. Aug, 05:30

Der Export von Rüstungsgütern an sich ist ja nichts Verwerfliches. - China war natürlich ein böser Fehlgriff und ich hoffe für die Rüstungsexporte in die Türkei gab's eine vernünftige Gegenleistung seitens der Türkei (man will die eigenen Prinzipien ja nicht zu billig verkaufen).
hazy (Gast) - 19. Aug, 07:27

Integrität und Professionalität

ok, Anna.

Für mich ist die persönliche Integrität der Politiker wichtig. Die Wege zum übergeordneten Ziel der Nachhaltigkeit können so wenig eindeutig und so verschlungen sein, daß Parteiprogramme allein keine ausreichende Vorgabe darstellen können. Nehmen wir einmal Stoiber: Früh geheiratet, Doppelhaushälfte (in welcher das Ehepaar heute noch wohnt), Kinder (alle was geworden), jetzt Enkel. Nach meinen Wertevorstellungen ein gelungenes Beispiel für Nachhaltigkeit. Was die gelebte Glaubwürdigkeit zählt, muß letztlich jeder Wähler für sich selber entscheiden.

Zurück zur Sachebene an zwei konkreten Beispielen.

Afghanistan: Bei dem Spagat, einerseits den barbarischen Taliban entgegenzutreten und andererseits sich beim Waschen nicht naß zu machen, kommt als Ergebnis heraus, daß unsere Bundeswehr den Mohnanbau überwacht. Vergleichbar dem klassischen Londoner Bobby soll ihre Mission die Afghanen davon abhalten sich gegenseitig umzubringen, sie ansonsten aber unbehelligt lassen. Afghanistan ist jetzt wohl der größte Drogenlieferant - auch eine Form des "kontrollierten Anbaus". Gut gemeint - zweifelsohne, aber gut gemacht?

Arbeitsplätze in der Pharmaindustrie:
In Frankfurt als Sitz der früheren IG Farben, später Farbwerke Hoechst kann sich gewiß jeder an die Glanzzeit der deutschen Pharmaindustrie erinnern, die sich noch vor 30 Jahren zu Recht als die "Apotheke der Welt" sah. Deutschland war unumstrittener Weltmarktführer in einem großen und zukunftsträchtigen Markt. Zu dem Niedergang hat unser Joschka in einer entscheidenden Phase nicht unwesentlich beigetragen. Hier die wahre Geschichte: Als er 1985 hessischer Minister geworden war, hatten die Manager von Hoechst in einer Mischung von Arroganz und Dummheit eine Genanlage gebaut, die sie dem Minister für Umwelt und Energie sozusagen wie ein Schwarzbau nachträglich zur Genehmigung vorlegten. Er lehnte unter Verweis auf die (eindeutige) Rechtslage ab.

Darauf verlegte Hoechst diese Forschungsaktivitäten nach Massachussetts, wo ein Forschungscluster entstand.
Als sich immer mehr zeigte, daß die Farbwerke Hoechst allein nicht überlebensfähig waren, gingen sie im ersten Schritt mit einem französischen Unternehmen zur neuen Aventis mit Sitz in Straßburg zusammen. In Schritt 2 wurde Aventis vom französischen Pharmakonzern Sanofi geschluckt, und die Unternehmensentscheidungen fallen nicht mehr in Deutschland. Ob Hoechst auf Dauer als Fertigungsstandort im globalen Wettbewerb bestehen kann, erscheint mir zweifelhaft.

Wovon wollen wir auf Dauer leben? Der gegenwärtige (Noch-)Wohlstand wird dadurch aufrechterhalten, daß wir in großem Umfang Schulden machen (die natürlich irgendwann beglichen werden müssen) und die Infrastruktur im weiteren Sinne vernachlässigen. Damit meine ich nicht also nur die Straßen (wir haben inzwischen ja die DDR-Schlaglöcher) sondern Kindergärten, das gesamte Ausbildungswesen usw. Inzwischen sind wohl 20% der Jugendlichen eines Jahrganges nicht mehr in der Lage, den Anforderungen einer Lehrstelle zu genügen. Man braucht bloß in die Frankfurter Innenstadtschulen zu gehen (Gallusviertel usw.): Dort wird allein wegen der Sprachprobleme nicht mehr gelehrt sondern nur noch verwahrt. Für mich läuft das unter der Rubrik Verwahrlosung.

Mit diesen zwei Beispielen möchte ich aufzeigen, daß selbst "gut gemeint" noch lange nicht "gut gemacht" bedeutet. Es braucht Leute von charakterlichem Format und Professionalität, statt "Avanti Dillettanti" - s.o.

Trackback URL:
http://neuwahlen.twoday.net/stories/907999/modTrackback

Ich-gehe-zur-Wahl.de :: Ein Projekt von iDemokratie.de

Visueller Wahlkampf auf wahlkampf.politik-visuell.de Ein Projekt von iDemokratie.de
Aktueller Platz 1 im Visuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2005 von politik-visuell.de
Aktueller Platz 1 im Visuellen Wahlkampf von politik-visuell.de

umfrageergebnis
kanzlercomedy
www.wahl-fang.de

Suche

 

Beiträge & Kommentare

Lügen haben meist...
In der heutigen Zeit ist jedwede Wahlwerbung ein "Partei-Negativwerbung"...
auch (Gast) - 12. Aug, 12:48
Thanks
Thanks
çeviri (Gast) - 13. Jan, 18:20
buy cialis
buy cialis superaromaticity uroporphyrin xenical online...
buy cialis (Gast) - 24. Okt, 14:57
venlafaxine
venlafaxine devitalizing landlord sertraline hairclipper...
venlafaxine (Gast) - 24. Okt, 11:52
esgic
esgic polonaise stiblite order vicodin online resolved...
esgic (Gast) - 24. Okt, 06:23
buy soma
buy soma appendages perinephral order phentermine caballero...
buy soma (Gast) - 22. Okt, 07:09
ggzjzzjo
ydrqtnax http://hsevvyfs.com jgcjhwmv zjgkiakd [URL=http://rigvnoht.com]z mrqksqt[/URL]...
ggzjzzjo (Gast) - 22. Okt, 03:56
abvszgop
tucbgljr http://qaivrnej.com dxktuumh axuikbmq ixyohsha...
abvszgop (Gast) - 21. Okt, 14:05

User Status

Du bist nicht angemeldet.
rss



         wahlblog05.de ©2005 by iDemokratie.de :: Initiative für interaktive Demokratie :: Impressum