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Falschmeldung im SPIEGEL

falschmeldung
Quelle: DER SPIEGEL Nr. 25, Hamburg, 20.06.2005

Schreiben an:

Chefredaktion
DER SPIEGEL


Hamburg, 20.06.2005


Sehr geehrter Herr Aust,

im Spiegel vom 20. Juni 2005 wird auf Seite 21 behauptet, dass ich eine Zusage für ein Unterstützertreffen für Gerhard Schröder im Bundeskanzleramt am 14. Juli gemacht hätte. Da ich erst durch den Spiegel von diesem ominösen Treffen erfahren und bisher von niemandem weder eine schriftliche noch mündliche Einladung bekommen habe, konnte ich auch nicht zusagen. Das gleiche höre ich auch von anderen im Text genannten Personen.

Auch wenn ich keine großen Ansprüche an den Journalismus mehr habe, hätte man doch erwarten können, dass wenigstens bei einem Teilnehmer der Phantomrunde nachgefragt worden wäre.

Dass der Spiegel in seiner Hybris ROT-GRÜN niederzuschreiben nun schon in denunziatorischer Absicht zu Falschmeldungen greift, erschreckt mich dann doch. Denunziatorisch in so weit, dass mindestens zwei Schriftsteller bereits öffentlich erklärt hatten, sich im Wahlkampf nicht zu engagieren, die Dementis zum Schaden der SPD also programmiert waren.


Mit freundlichen Grüßen

Klaus Staeck
hochhuth - 14. Jul, 23:27

SPIEGEL entschuldigt sich

Es muss wohl am Protest der "Betroffenen" gelegen haben, dass DER SPIEGEL prompt auf seine Falschmeldung reagiert hat und sich mit folgenden Worten entschuldigt:

18. Juni 2005

IN EIGENER SACHE

Meldung über Wählerinitiative zugunsten Schröders fehlerhaft

Die Meldung über die Wählerinitiative zugunsten von Bundeskanzler Gerhard Schröder im SPIEGEL (25/2005) war fehlerhaft. Offenbar sind darin Namen von Personen genannt worden, die nicht oder noch nicht an einer Wählerinitiative beteiligt sind. Es ist beim Recherchieren der Meldung in der Nacht zum vergangenen Sonnabend versäumt worden, alle Personen, die im Zusammenhang mit der Wählerinitiative genannt worden sind, persönlich zu befragen. Dies bedauern wir und werden den Sachverhalt in der nächsten SPIEGEL-Ausgabe richtig stellen.

(...)

Quelle: SPIEGEL ONLINE


Sehr verwunderlich ist bei der ganzen Geschichte allerdings, wie das Datum der Entschuldigung (18. Juni 2005) bereits zwei Tage vor dem Erscheinen des Artikels am 20. Juni 2005 liegen kann. Da hatte wohl jemand in der Redaktion ein sehr schlechtes Gewissen und hat mal schnell die Zeit zurückgedreht! ;-)

Offen bleibt auch noch die Frage, wer sich heute am besagten 14. Juli im Kanzleramt mit Gerhard Schröder getroffen hat? Dieser Termin wurde vom SPIEGEL nämlich nicht zurückgenommen!

sehpferd - 15. Jul, 20:03

Is es ...

nicht ein bisschen spät, diese Meldung(en) jetzt zu bringen? ich dachte immer, das wirklich gute an Blogs sei, dass sie stets etwas "näher dran" wären als andere. Dies klingt nun sehr nach "wir wissen nichts zu schreiben und jetzt kommen wir deshalb auch noch und bringen die angestaubten Meldungen".
jan.schmidt - 16. Jul, 01:32

als meldung..

.. kommt es tatsächlich zu spät, aber hier die Information über die "SpONsche Zeitverschiebung" würde man woanders nicht lesen können, glaube ich.
wirtschaftsweiser_ch - 17. Jul, 19:39

naja, ich sehe den sinn eines blogs eigentlich nicht darin, stäöndig auf eigene interviews und zeitungsartikel hinzuweisen.

auch dieser spiegelhinweis hier, ist nicht nur alt sondern will wohl lediglich erinnern. sowas nennt man andernorts propaganda.
hochhuth - 15. Jul, 00:16

Berichte in der FAZ und taz

Hier noch ein Artikel zum Thema in der FAZ und ein Interview mit Klaus Staeck in der tageszeitung (taz): "Das ist Schmierenjournalismus!"

neuwahl - 16. Jul, 18:41

Ach was...

...wo hat denn der SPIEGEL die "Hybris, Rot-Grün niederzuschreiben"? Das Regierungslager kommt im Spiegel noch viel zu gut weg! :(

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