Christian Hochhuth (iDemokratie.de) Mathias Fischer (iDemokratie.de) Britta Schemel (iDemokratie.de) Olaf Nitz (iDemokratie.de) Prof. Klaus Staeck (Aktion für mehr Demokratie) Dr. Christoph Bieber (ZMI) Dr. Jan Schmidt (Universität Bamberg) Mario Münster (Johanssen + Kretschmer)    
  Hans-Joachim Otto (FDP) Katja Husen (Bündnis 90/Die Grünen) Ulrich Kelber (SPD) Claus Wichmann (SPD) Anna Lührmann (Bündnis 90/Die Grünen) Bernd Schmidbauer (CDU) Marcus Weinberg (CDU) wahlblogger gesucht    

Montag, 5. September 2005

Ach Du, mein lieber Infratest

Da hast Du doch eine Blitzumfrage nach dem TV-Duell gemacht. Schön, nun wissen wir, dass der Schröder für 49% der Befragten überzeugender war als die Merkel. Auch hatte für die Befragten der Schröder die besseren Argumente, außer bei Arbeit und Familie.

Und für die Hälfte der Befragten hat das großartige Duell gar nichts gebracht. Haben diese überhaupt den Argumenten, beziehungsweise den Fachsimpeleien folgen können? Ich glaube nicht, aber entscheiden durften sie trotzdem, wer die besseren Argumente hat. Klar, es geht nicht um die Inhalte. Lieber nicht als dumm gelten und so antworten wie alle anderen auch. Hat man ja schon in einer der vielen Umfragen gelesen. Meiner Meinung nach sind die Umfragen für den Papierkorb.

Aber nein, in unserer modernen Zeit gehören die Umfragen zum politischen Geschäft. Sicherlich ist Geschäft das richtige Wort. Nicht nur die Umfrageforscher, auch die Politikberater müssen sich unentbehrlich machen, um ihr Geld zu verdienen. Die Götter in Krawatte und Fliege wissen unfehlbar was tun sei. Unfehlbar ist dabei auch der Zwang zum Standardpolitiker: Die letzten Umfragen in der Hemdtasche, die Wahlkampfparolen auswendig gelernt und das Lächeln beim Medienprofi geschult. Wer noch seine eigenen Überzeugungen vertritt, gilt als Verlierer. Ohne entsprechende Umfrageergebnisse wird man eh nicht vom Parteivorstand nominiert.

Also, lieber Infratest, höre nicht auf mit deinen Umfragen, damit die Wähler wissen, wen sie wählen können.

Entwicklung und Frieden sind Grün

Mitten im Wahlkampf, während ich so von Termin zu Termin hetze, bin ich mir teilweise dessen gar nicht so bewusst – doch in den Vorbereitungen meiner nächsten Veranstaltung fällt mir auf, dass sich die meisten PolitikerInnen doch gemeinhin stark auf innenpolitische Themen konzentrieren. Natürlich erklärt sich das einerseits fast von selbst, doch dürfen wir neben den aktuellen Krisen-(Kriegs-)herden – trotz deren unangefochtenen Relevanz - nicht den Rest der Welt aus den Augen verlieren.

Genau deshalb freue ich mich auf unsere heutige Grünen After-Work-Party in Eschborn unter dem Motto „Entwicklung und Frieden sind Grün“. Dr. Uschi Eid, MdB, Parl. Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Kordula Schulz-Asche, MdL, Landesvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Hessen sind ebenfalls mit dabei, wenn wir auf dem Eschborner Rathausplatz über Ziele, Chancen und Perspektiven grüner Entwicklungspolitik diskutieren

Ich bin der tiefen Überzeugung, dass die globalisierte Wirtschaft mit starken ökologischen und sozialen Leitplanken versehen werden muss. Der gerade veröffentlichte Weltsozialbericht der Vereinten Nationen macht schließlich sehr deutlich, dass die Globalisierung von krasser wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit begleitet wird. Die Kluft zwischen den reichsten und ärmsten Ländern der Welt hat sich in den letzten zehn Jahren weiter vergrößert.

Ich stimme Kofi Annan zu, der angesichts des neuen Weltsozialberichts die reichen Nationen aufgerufen hat, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen und einen gerechteren Welthandel zuzulassen. Wir Grüne wollen die Entwicklungshilfe von heute rund 0,3% des Bruttoinlandsprodukts auf 0,51% bis 2010 und auf 0,7% bis 2015 mehr als verdoppeln. Wir peilen die Einführung einer europaweiten Kerosinsteuer zugunsten der Entwicklungshilfe an. Und wir setzen uns für eine internationale Steuer auf alle grenzüberschreitenden Geldtransfers ein. So könnten wir Finanz-Spekulationen eindämmen und die globalen Geldströme auch für arme Länder nutzen.

Die Entwicklungs- und Schwellenländer stehen in der Pflicht, durch Korruptionsbekämpfung, die Einführung eines solidarischen Steuersystems und einer an der Armutsbekämpfung orientierten Wirtschafts- und Sozialpolitik die extremen Ungleichheiten innerhalb ihrer Gesellschaften zu überwinden.

TV-Duell: Merkel überzeugender als Schröder

Für mich hat Angela Merkel das TV-Duell klar gewonnen. Ein sehr überzeugender, kompetenter und ehrlicher Auftritt. Sie hat den Menschen gesagt, was nach Ansicht der CDU an Maßnahmen notwendig ist, um Deutschland wieder nach vorne zu bringen.

Schröder wirkte blass, er hat weder Konzepte, Ideen noch Visionen. Sieben Jahre Rot-Grün waren sieben gute Jahre für das Land (Zitat Schröder)? Ich habe mich wohl verhört. Für wen, bitte?! Für die Arbeitssuchenden? Für die Wirtschaft? Oder für die rot-grünen Gefolgsleute?

Die Ergebnisse der Umfragen, die während und im Anschluss der Sendungen stattfanden (und selbst rot-grüne Anhänger überraschten), veranlassen mich zu der Frage: Was hätte Angela Merkel denn sagen müssen, um diese Umfragen zu gewinnen? Vielleicht ein paar Schröder-Sprüche: Weiter so, Deutschland, alles ist gut, wir werden uns schon irgendwie durchwursteln.

Ich habe heute mit vielen Menschen in meinem Wahlkreis gesprochen, fast jeder hat das TV-Duell gesehen, aber niemand fand, dass Schröder überzeugender war als Angela Merkel, im Gegenteil.

Interessant ist übrigens, dass kaum zur Sprache kam, warum das TV-Duell überhaupt stattfand. War es nicht so, dass Schröder die Überzeugung äußerte, er könne sich nicht mehr auf eine ausreichende Mehrheit in den eigenen rot-grünen Reihen stützen? Die Wahrheit ist: Nicht nur dort, sondern auch in der Bevölkerung hat er keine Mehrheit mehr. Der 18. September kommt.
Der Auftritt des Kanzlers war so kraft- und ideenlos wie die Politik von Rot-Grün.

Interessant wäre es zu analysieren, wie die Medien heute getitelt haben, an welchen die SPD beteiligt ist.

Straßenwahlkampf in Heidelberg - Teil III

Wie beim Endspiel zur Fussball-Weltmeisterschaft waren die Straßen der Heidelberger Altstadt gestern leergefegt. Nun gut, in Neuenheim, auf der anderen Neckarseite war Fischerfest und im Open-Air-Kino fand ein Benefizkonzert für ein neues Elefantenhaus des Zoos statt. Aber in den Altstadtkneipen flimmerten die Glotzen und jeder wollte dabei sein.

Ich bin ins Billy Blues im Zieglers. Meine Nichten schleppen mich da manchmal am Wochenende rein. Wo ich mich dann als Standortältester möglichst unauffällig gebe...

..Dort lief das Kanzlerduell auf Einladung des SPD Bundestagsabgeordneten Lothar Binding. Hatte ich damit gerechnet dort die üblichen Verdächtigen zu treffen, wurde ich in der Erwartungshaltung getäuscht. Klar, der MdB, der MdL, zwei drei Gemeinderäte, das wars. Der Rest des Publikums bestand ausnahmslos aus Jungwählern, die in Gruppen und Cliquen eingetroffen waren. Als Frau Merkel mit Frau Kirchhof angesprochen wurde ging der erste Lacher durch den bis dahin mucksmäuschenstillen Saal. Szenenapplaus gabs auch, aber nur für den Kanzler. Trotzdem hatte ich den Eindruck, die Themen im Duell holten viele der Zuschauer nicht ab. Die Perspektive der Duellanten war fast ausschließlich auf die Lebenswelt der etablierten Generation 40+ ausgerichtet. Und in vielen Gesprächen kam es auch rüber, von denen die sich zu fragen trauten. Im Saal war die ROT/grüne Mehrheit zementiert, aber nicht auf Grund der medialen Inszenierung, sondern aus dem Bauch heraus.

Nach dem Duell bin ich mit ein paar Musikern noch in zwei Kneipen. Thema an allen Tischen das Duell und was sie wählen wollen, oder das sie es noch nicht wissen.

Fragen über Fragen, was ist mit den Staatschulden, die sie dann zu bezahlen hätten, was ist mit dem Familienbild von Kirchhof, warum hat Rot/Grün die Arbeitslosigkeit nicht beseitigt, warum will die CDU Studiengebühren einführen. Aber Schröder hat vor allem aus einem Grund bei der Jugend gepunktet, sie waren ausnahmslos Scheidungskinder oder wurden von ihrer Mutter allein großgezogen. In der realen vaterlosen Gesellschaft sind die familienpolitischen Vorstellungen der CDU/CSU, schon angefangen bei der Sprache, bei der Jugend nicht mehrheitsfähig. Sie leben in einer Realität, die von den Unionsparteien nicht abgebildet wird.

TV-Duell als WebTV

Wer nicht zu den 21 Millionen Zuschauern gehört und das TV-Duell zwischen Angela Merkel und Gerhard Schröder gestern Abend verpasst hat, kann sich die komplette Sendung beim WDR als WebTV ansehen.

Adlershof - Die Duell-Soap (9)

Nach dem Duell.

Nicht mehr 12 Uhr mittags. Leere Duell-Kulisse in Berlin Adlershof.
5. September 2005

Markus Brauck (FR)
Keine Überraschung.

Peter Dausend (Die Welt)
Verbal-Attacken, Offensiven des Lächelns.


eg (NZZ)
Schröder und Merkel im Fernsehduell.


Eric T. Hansen (Deutschlandradio)
Wahlkampf im TV-Format (Aufruf des Live-Streams vom 4.9.2005, 23.07 Uhr)


Claus Christian Malzahn (Spiegel Online)
Showdown mit Schattenmann.

Lorenz Maroldt (Tagesspiegel, zZt nicht erreichbar)
Im kleinen Kolosseum.

Christof Siemes (Die ZEIT)
Das Ganze blieb verborgen.

Interview mit Ulrich Sollmann (Spiegel Online)
"Frau Merkel ist eine Politikerin der zweiten Reihe"

Kirchhoff Festspiele

Der Morgen danach… immer schwierig. Vor allem wenn man nach der Zeitungslektüre alles noch mal gelesen hat. Ich hatte gestern die Wahl zwischen einem Theaterbesuch und dem TV-Duell. Ich entschied mich für das TV-Duell. Wohl wissend, dass dies die weniger attraktive Variante ist.

Ich verstehe alles Gerede und Geschreibe um diese 90 Minuten nicht. Denn was hat man erwartet? Merkel musste etwas machen, das sie nicht kann. Schröder musste etwas machen, das er sehr gut kann. Sollte sich dass am 4. September 2005 plötzlich ändern?

Dementsprechend sehen auch alle Umfragen den Kanzler als deutlichen Gewinner des „Duells“. Netterweise haben die Umfrageinstitute so lange gefragt, bis auch mal eine Kategorie kam, in der Frau Merkel die Nase vorn hat. Und zugegeben, ja, sie war besser als erwartet. Aber das kann man nicht als Sieg verkaufen. Schröder war gut, weil er mit sich und seiner Politik im Reinen ist. Merkel war weniger gut, weil man das von ihr nicht behaupten kann.

Ich frage mich, was dieses Duell ohne Herrn Kirchhoff gewesen wäre. Der hat sich ja mittlerweile in alle Politikbereiche eingeschlichen. CDU-Regierungsprogramm war gestern – jetzt heißt das Programm „Kirchhoff“.

Und dann das Schaulaufen zu Adlershof im Anschluss an das Duell. Welchen Sinn haben denn Interviews und Statements, wenn man den Inhalt vorher kennt? Müntefering, Söder, Kauder... ja, was hat man denn erwartet? Das Kauder plötzlich hochdeutsch spricht? Müntefering lange Sätze bastelt und von Merkels Auftritt begeistert ist? Nicht wirklich.

Was bleibt? Um 23 Uhr bekam ich gestern eine SMS, von jemanden, der kein SPD-Mitglied ist, diese vielleicht nicht mal wählt. Er schrieb: „Klarer Punktsieg für Gerhard. Die paar Prozent holt ihr noch“. Ich bin gespannt.
Ich-gehe-zur-Wahl.de :: Ein Projekt von iDemokratie.de

Visueller Wahlkampf auf wahlkampf.politik-visuell.de Ein Projekt von iDemokratie.de
Aktueller Platz 1 im Visuellen Wahlkampf zur Bundestagswahl 2005 von politik-visuell.de
Aktueller Platz 1 im Visuellen Wahlkampf von politik-visuell.de

umfrageergebnis
kanzlercomedy
www.wahl-fang.de

Suche

 

Beiträge & Kommentare

Lügen haben meist...
In der heutigen Zeit ist jedwede Wahlwerbung ein "Partei-Negativwerbung"...
auch (Gast) - 12. Aug, 12:48
Thanks
Thanks
çeviri (Gast) - 13. Jan, 18:20
buy cialis
buy cialis superaromaticity uroporphyrin xenical online...
buy cialis (Gast) - 24. Okt, 14:57
venlafaxine
venlafaxine devitalizing landlord sertraline hairclipper...
venlafaxine (Gast) - 24. Okt, 11:52
esgic
esgic polonaise stiblite order vicodin online resolved...
esgic (Gast) - 24. Okt, 06:23
buy soma
buy soma appendages perinephral order phentermine caballero...
buy soma (Gast) - 22. Okt, 07:09
ggzjzzjo
ydrqtnax http://hsevvyfs.com jgcjhwmv zjgkiakd [URL=http://rigvnoht.com]z mrqksqt[/URL]...
ggzjzzjo (Gast) - 22. Okt, 03:56
abvszgop
tucbgljr http://qaivrnej.com dxktuumh axuikbmq ixyohsha...
abvszgop (Gast) - 21. Okt, 14:05

User Status

Du bist nicht angemeldet.
rss



         wahlblog05.de ©2005 by iDemokratie.de :: Initiative für interaktive Demokratie :: Impressum