Gerade ist die Sendung
"Berlin-Mitte" zu Ende gegangen. Jetzt weiß ich auch, warum sich ZDF und CDU gemeinsam auf Orange im Corporate Design geeinigt haben. Nachdem Wirtschaftsminister Clement, den erkrankten Müntefering vertretend, bereits kurz zuvor in der
Berliner Runde mit einem stimmgeschwächten Joschka Fischer in Unterzahl gegen die 3er-Abwehrkette in den schwarz-gelben Trikots Merkel, Stoiber und Westerwelle antreten musste, wurde er kurz darauf bei Maybrit Illner gleich völlig allein gegen vier Gegenspieler ins Feld geschickt, die ihn in die Mangel nahmen. Bayern-Kanzler Uli Hoeneß würde am liebsten selbst als Deutscher Meister in der Politik Karriere machen, Dr. Ulrich Schneider vom Paritätischen Wohlfahrtsverband hetzte die Armen gegen Clement auf, Hans-Ulrich Jörges vom STERN predigte Kirchhof zum Retter der Nation und Hessens Ministerpräsident Roland Koch hatte schon fast Mitleid mit Clement und hielt sich zurück, da ohnehin nur noch 8 Prozent der Bevölkerung an einen Wahlsieg der SPD glauben. Das polternde i-Tüpfelchen wurde vom CDF direkt im Anschluss an die Sendung gesetzt:
Die Kugel.
hochhuth - 25. Aug, 23:39
Es ist Hochwasser und der Kanzler hält sich zurück. Gerhard Schröder wird angeblich für den Friedensnobelpreis nominiert und er selbst und die Genossen tun alles, um das zu überspielen. Der Kanzler steckt in der PR-Falle. Die Öffentlichkeit und die Opposition sind hochsensibel, wenn sie Gelegenheiten wittern, bei denen Gerhard Schröder seine Stärke ausspielen kann: Seine authentische mediale Präsenz. Deshalb ist Schröder gehemmt. Würde er offensiv in die Hochwasserregionen reisen, würde ihm das als reine PR-Aktion ausgelegt werden. Vermutlich liegen die ätzenden Pressemitteilungen in denen Kanzlers Engagement gegeißelt wird bereits in den Büros oppositioneller Abgeordneter und warten nur darauf durch das Fax gejagt zu werden.
Gleiches Dilemma mit dem Blick nach Oslo. Seit Jahren werden Politiker (ja, auch Deutsche Politiker) für den Friedensnobelpreis nominiert. So offensichtlich auch Gerhard Schröder. Doch noch ehe die Meldung bestätigt ist, poltern die Vertreter der Opposition durch die Medien und vermuten ein Wahlkampfmanöver. Aha. Ich stelle mir das spannend vor in meinen Träumen: Günter Grass, Gerhard Schröder und Franz Müntefering reisen Anfang des Jahres nach Oslo. Berichten dem Nobelpreiskomitee, dass man vorhabe im Mai Neuwahlen auszurufen und deshalb würde zur Unterstützung des Wahlkampfes eine Nominierung Schröders, die Ende August bekannt wird doch ganz gut passen. Die Bewertung der Realitätsnähe solcher Szenarien überlasse ich gerne Herrn Kauder.
Klar ist allerdings eines: der Kanzler muss sich, ob er will oder nicht, zurückhalten mit der eigenen Inszenierung. Denn die hysterischen Claqueure in Apricot stehen schon Schlange, um ihm jede öffentliche Regung als Inszenierung vorzuwerfen.
mario.münster - 25. Aug, 14:01
Da eh alle damit gerechnet hatten, hier auch nur eine kurze Meldung für unsere
Chronologie der Ereignisse:
Mit 7:1 Stimmen haben sich die Verfassungsrichter für Neuwahlen ausgesprochen und die Klagen der beiden Bundestagsabgeordneten Schulz und Hoffmann abgewiesen. Weitere Infos:
tagesschau.de
demokratie - 25. Aug, 13:31